20 Jahre ist es her, dass sich die russischen Truppen aus Burg verabschiedet haben. Filmemacher waren jetzt auf Spurensuche in der Kreisstadt.

Burg l Do swidanja! Ein Wiedersehen mit russischen Soldaten wird es dank Filmemacher Peter Simank Ende Mai im MDR-Fernsehen geben. Der 46-Jährige Bautzner dreht mit seinem Bruder Stefan einen Film über den Abzug der russischen Truppen aus Deutschland. In der 30-minütigen Dokumentation kommen Zeitzeugen zu Wort, die den Abzug russischen Soldaten damals live miterlebt haben.

Einen der Zeitzeugen begleiten die Filmemacher in Burg und ins Archiv der Volksstimme. Kein Zufall. Vor der Kamera steht Bernd Körner, Burger Volksstimme-Redakteur im Ruhestand. Als die Sowjet-Soldaten aus Burg nach der Wende abzogen, erlebte er die Zeit zwischen 1990, als der Abzug beschlossen wurde, und 1994, als der Abzug abgeschlossen war, nicht nur selbst mit, sondern berichtete mit seinen Volksstimme-Kollegen ausführlich darüber.

Bei einem Gespräch im Archiv zeichnen die beiden Filmemacher auf, wie Bernd Körner durch die 20 Jahren alten, gebundenen Ausgaben der Burger Volksstimme blättert. "Viele Russen hatten Angst davor , zurückgeschickt zu werden", sagt der 67-Jährige, der noch heute für die Volksstimme schreibt. Er erzählt den Dokumentarfilmern von dem Streik in der Burger Russen-Kaserne am 1. und 2. September 1990. Peter und Stefan Simank erfahren zum ersten Mal über diese Reaktion der Russen auf den Abzugsbefehl.

Die Soldaten und ihre Familien fühlten sich offenbar wohl in Burg. In der Heimat fürchteteten sie den kalten Winter und die Unterbringung in Containern oder Zelten. So hat es Bernd Körner 1990 geschrieben - und geht nun mit den Simanks auf Spurensuche in Burg.

Der Weg führt zu den ehemaligen Kasernen in Burg, wo die russischen Truppen untergebracht waren. "Irgendwann waren sie wirklich alle weg, die Kasernen leer", erzählt Körner.

Außer in Burg waren auch in Altengrabow Soldaten der Westgruppe der sowjetischen, später russischen Streitkräfte stationiert. Auch dort wird für den Dokumentarfilm gedreht. "Wir stehen noch am Anfang der Recherche", sagt Peter Simank. Bernd Körner ist der erste, der für die Bautzener vor der Kamera steht. "Weitere Zeitzeugen dürfen sich gern melden."

Peter Simank ist erreichbar unter Telefon (03591) 596946

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