Kann der Wildverbiss auf dem Friedhof Ost in Burg endgültig eingedämmt werden? Nachdem die Stadt einen neuen Zaun setzen und Reparaturen durchführen ließ, sollen die Rehe nun in den angrenzenden Wald vertrieben werden.

Burg l "Der neue Zaun ist schon wichtig, denn die alte Mauer haben die Rehe ohne Mühe überwunden", sagt Gärtnermeister André Burmester. "Nun wird`s höchste Zeit, dass sie herausgetrieben werden." Denn die Schäden nehmen jetzt, wo die Angehörigen mit der Frühjahrsbepflanzung begonnen haben, dramatisch zu. Vor allem Stiefmütterchen sind für die Rehe ein wahrer Leckerbissen. Und die gibt es auf den Gräbern in Hülle und Fülle. Zum Leidwesen der Friedhofsbesucher - und von André Burmester. Der Fachmann hat bislang rund 4000 Stiefmütterchen und Hornveilchen in die Erde gebracht. Davon haben die Rehe etwa 2000 verspeist. Burmester geht mittlerweile andere Wege, um die Tiere von den Pflanzen fernzuhalten. Er setzt so genannte Wildvergrämungsmittel ein, deren Duftstoffe den Appetit zügeln. Das allerdings koste richtig Geld. Die Gesamtkosten für Schäden und Aufwand beziffert der Friedhofsgärtner mittlerweile auf rund 10 000 Euro.

Auch Peter Laßbeck weiß sich schon seit Langem nicht mehr anders zu helfen. Immer, wenn er das Grab seiner Frau besucht, ist die Sprühflasche mit der Speziallösung dabei. "Das hilft dann einige Tage. Es ist doch ärgerlich, wenn man zum Grab kommt und alles ist abgefressen. Da habe ich mir halt was überlegt", sagt der Rentner - und schaut einige Grabfelder weiter, wo Bettina Pöschel steht. Sie hatte Montag frische Stiefmütterchen gepflanzt. Fast umsonst. Einige sind angefressen, andere wiederum herausgerissen. "So schlimm war es noch nie. Sogar hier in der Nähe der Straße", sagt die Burgerin, die sich regelmäßig und liebevoll um drei Familiengrabstellen kümmert. "Hoffentlich gelingt es, die Rehe zu vertreiben."

Davon geht Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) aus. "Mit dem neuen, 1,80 Meter hohen Stabgitterzaun haben wir einen wichtigen Schritt getan", versichert er bei der Abnahme vor wenigen Tagen. Außerdem: "Die Wirtschaftseinfahrt wird mit einem Tor versehen und die Tür am Flämingsteig hat der Bauhof repariert." 13 000 Euro habe die Stadt für diese Vorhaben investiert, so Rehbaum. Wichtig sei nun, dass auch die Friedhofsbesucher die Türen schließen, so dass keine weiteren Rehe auf die Fläche gelangen.

Heute wollen Mitarbeiter des städtischen Bauhofes das Parkgelände durchstreifen, damit die Rehe durch einige geöffnete Zaunfelder im hinteren, nördlichen Teil schließlich das Weite suchen. Auch André Burmester ist mit seinen Angestellten dabei. Etwa fünf Rehe fühlen sich derzeit auf dem Friedhof richtig wohl und müssen nicht lange auf Futtersuche gehen - noch.

 

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