Die Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion wird in vielerlei Hinsicht einmalig sein: Fünf Standorte gab es bisher nie. Eine Region soll daran wachsen, zusammenwachsen, ist der Anspruch der Macher. 110 Millionen Euro sollen umgesetzt werden. 1,5 Millionen Besucher werden erwartet. Das soll ausstrahlen bis ins Jerichower Land - und darüber hinaus.

Brandenburg/Havelberg/Burg/Genthin l ",Von Dom zu Dom - das blaue Band der Havel` - diese Idee als Motto für die Buga war von Anfang an da", erklärt Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) den Kern der Bundesgartenschau, die im nächsten Jahr die Havelregion zwischen Brandenburg und Havelberg ins bundesweite Interesse rücken wird. "Wir haben immer gesagt: Die Buga ist nicht nur eine Blümchenschau, sondern wir wollen die Region wieder ein Stück zusammenbringen." Die Schau 2015 wird anders als ihre Vorgänger, weiß Tiemann. Das mache die Buga vom Jahrgang 2015 aus. "Wir haben die riesige Chance, unsere Region zu vermarkten."

Die Bundesgartenschau 2015 wird einen touristischen Schub für die Havelregion bringen und sie wird dazu beitragen, dass das Denken und Zusammenarbeiten über Grenzen hinweg stärker wird. Davon ist Brandenburgs Oberbürgermeisterin überzeugt. Sie kann sich vor allem für die Genthiner Region, aber auch für die Region Burg vorstellen, dass es in der gegenseitigen Vermarktung touristischer Vorhaben eine viel engere Kooperation geben kann und wird, erklärte sie in einem Volksstimme-Interview. Dabei sieht sie für die Zukunft auch ein engeres Zusammenwirken, wenn es für die Großregion um wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitsplätze geht.

Tiemann steht dem Buga-Zweckverband vor, unter dessen Dach die fünf Kommunen Brandenburg, Premnitz, Amt Rhinow/Stölln und Rathenow (alle Land Brandenburg) und Havelberg (Sachsen-Anhalt) mit weiteren Partnern die Gartenschau stemmen wollen. "Wir sind eine Gemeinschaft, wir verstehen uns. So schaffen wir es. Alle großen Maßnahmen liegen im Plan", sagt sie.

2007 hatte die Havelregion den Zuschlag für die Gartenschau erhalten. Karlsruhe, das 2015 zunächst Ausrichter sein sollte, hatte zuvor gepasst, aus finanziellen Gründen.

Es werde nur in Projekte investiert, die auch wirklich nach der Buga benötigt würden, sagt Dietlind Tiemann. 110 Millionen Euro sollen umgesetzt werden. 40 Millionen fließen in die fünf Standorte, weitere 40 Millionen in Straßen. Rund 28,3 Millionen Euro werden für die Schauen und Projekte veranschlagt. Etwa 18 Millionen Euro sollen dabei durch Eintrittskarten und etwa ein bis zwei Millionen Euro durch Sponsoren aufgebracht werden. Den Rest tragen die beteiligten Städte.

Die Buga-Macher rechnen mit etwa 1,5 Millionen Besuchern. "Wir haben sehr konservativ gerechnet", sagt Dietlind Tiemann. Vorgänger Hamburg hatte mit zwei Millionen Besuchern gerechnet - und nicht erreicht. Ein ausgefeiltes Marketingkonzept soll helfen, dass Besucher kommen. Doch Tiemann setzt auch auf die Havelländler selbst. "Die Buga soll zuerst für die Bürger hier sein. Sie sollen in der Buga-Zeit Verwandte, Freunde und Bekannte einladen und ihnen zeigen, was hier gewachsen ist."

Knapp ein Jahr vor der offiziellen Eröffnung wird es ernst. Die ersten von insgesamt rund 56 000 Stauden und Rosen in mehr als 400 Sorten kommen ab Ende April in den Boden.