Jerichow/Burg (da) l Die Ausweisung des neuen Naturschutzgebietes "Elbaue Jerichow" wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Dennoch wolle das Land die Ausweisung der Natura 2000-Gebiete in Sachsen-Anhalt insgesamt beschleunigen. Daher seien in den vergangenen Monaten verschiedene Verfahrensvarianten geprüft worden, teilte Detlef Thiel, Pressesprecher des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt mit. Das Ministerium werde demnächst dem Kabinett einen neuen Verfahrensweg vorschlagen. "Erfährt dieses Verfahren Zustimmung, wird die beschleunigte Ausweisung der Natura 2000-Gebiete in Angriff genommen, das schließt natürlich auch die Elbaue Jerichow ein. Wir wollen so zügig wie möglich vorankommen", sagt Thiel. Mit einem konkreten Zeitplan könne er aber noch nicht aufwarten.

Die zeitliche Verzögerung habe allerdings keine Auswirkungen. "Die Elbaue Jerichow umfasst ja bereits ein Vogelschutzgebiet mit fünf inliegenden Flora-Fauna-Habitat (FFH)- Gebieten. Hierfür gelten ja bereits Schutzverordnungen", erklärt der Pressesprecher.

Die Ausweisung des Naturschutzgebietes hatte Anfang 2013 unter Landwirten, Angelvereinen, Jagdpächtern, Bauernverbänden sowie von Verbands- und Einheitsgemeinden für Kritik gesorgt. Knapp 600 teilweise mit Unterschriftenlisten versehenen Stellungnahmen sind damals beim Landesverwaltungsamt eingegangen. Daraufhin wurden grundlegende Veränderungen im sogenannten Verordnungsentwurf vorgenommen.

Nach EU-Recht dürfen sich bedrohte Tier- und Pflanzenarten in ihrem Erhaltungszustand nicht verschlechtern. "Würde die `Elbaue Jerichow` nicht unter Schutz gestellt, handelt Sachsen-Anhalt nicht EU-konform", sagte damals Denise Vopel, Pressesprecherin des Landesverwaltungsamtes.