Für die Fußballer vom Burger BC 08 steht am Mittwoch, 30. April, mit dem Landespokal-Halbfinale gegen Drittligist Hallescher FC das "Spiel des Jahres" an. Indes stellt die Partie Verein und Stadt auch aus Gründen der Sicherheit und Logistik vor eine hohe Hürde.

Burg l Sportlich gesehen werden die BBC-Kicker am kommenden Mittwoch ganz sicher an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen müssen, will der Siebtligist dem Favoriten im Halbfinale des Landespokals ein Bein stellen. Doch auch die Vorbereitung auf den größten Höhepunkt der jüngeren Vereinsgeschichte sorgt für Kopfzerbrechen. "Uns entstehen allein im Bereich Sicherheit Kosten im fünfstelligen Bereich. Damit bewegen wir uns entlang der Schmerzgrenze", verdeutlicht Torsten Schulz, BBC-Wirtschaftsvorstand.

An den Pokal- kracher will man sich in Burg schließlich noch lange erinnern - als ein friedliches Fußballfest. Problematisch ist dabei auch weniger die Situation im Stadion selbst, wo rund 100 professionelle Ordner für Ruhe und Sicherheit sorgen sollen. Die Tickets für die Partie werden auch in Halle ausschließlich über die Geschäftsstelle des Vereins und gegen Registrierung ausgegeben. Störenfriede mit bestehendem Stadionverbot sollen so an der Anreise nach Burg gehindert werden. "Vereinsmitglieder genießen bei uns Vorverkaufsrecht für dieses Spiel. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass es unter ihnen Überschneidungen zu gewaltbereiten Anhängern gibt", räumt HFC-Fanbetreuer Andreas Wolf ein.

Die als "Risikospiel" eingestufte Begegnung bleibt dennoch eine Rechnung mit mehreren Unbekannten. Die Rivalität der Saalestädter zum auch im Jerichower Land beliebten 1. FC Magdeburg ist bekannt wie berüchtigt. Um Provokationen zu unterbinden, wird im BBC 08-Parkstadion das Tragen und Präsentieren von Fan-Utensilien mit FCM-Bezug untersagt sein. Ebenso wird beim Einlass und durch die Schaffung einer etwa 30 Meter breiten Pufferzone zwischen den Fanblöcken konsequent auf Trennung der einzelnen Lager gesetzt.

Was allerdings vor den Stadiontoren passiert, ist schwer vorherzusehen. "Unter den 250 erwarteten HFC-Anhängern rechnen wir etwa 100 zu den so genannten `Problemfans`, welche eine Konfrontation zwar nicht gezielt suchen, sie aber auch nicht scheuen", erklärt Heiko Wermann von der Polizeidirektion Nord, der am Spieltag mit der Einsatzleitung betraut sein wird.

Diffus bleibt derweil auch die Anreise der Hallenser Gäste. Überwiegend werden diese individuell mit Bussen und Pkw die Tour nach Burg bestreiten, die Zahl der Zugfahrer wird auf 100 geschätzt. Während die Mehrzahl der höchstens zugelassenen 1500 Besucher nach der Öffnung des Stadions um 16 Uhr den gewohnten Eingang am Flickschupark nutzt, soll der HFC-Anhang direkt zu einem separaten Parkplatz und Einlassbereich geführt werden. Großräumige Straßensperrungen wird es nicht geben, doch zumindest mit Einschränkungen ist zu rechnen. BBC-Wirtschaftsvorstand Schulz bittet daher: "Anwohner der Pulverstraße und Grabower Straße sollten im Zeitraum vor, während und nach dem Spiel Ein- und Ausfahrten mit dem eigenen Pkw je nach Möglichkeit vermeiden."

Theoretisch steht also das Sicherheitskonzept. Dennoch droht Ungemach außerhalb der Arena: "Ein Szenario, das wir auf alle Fälle vermeiden wollen, ist, dass frustrierte HFC-Fans ohne Eintrittskarte im Stadtbereich für Ärger sorgen", skizziert Wermann. Dort könnte nämlich bereits der gewaltsuchende oder zumindest -bereite FCM-Anhang warten. Um mögliche Ausschreitungen zu verhindern, wird die Polizei mit zwei bis drei Hundertschaften außerhalb des Stadions das Spiel absichern. Zweikämpfe sollen schließlich allenfalls unter den Kickern auf dem grünen Rasen im Parkstadion und nicht unter rivalisierenden Fans zur Austragung kommen.