Am Wochenende schickt der Rumänienhilfeverein Gommern einen weiteren Lkw in den Süden. Freiwillige beluden den Sattelschlepper in dieser Woche. Trotzdem leerte sich das Lager kaum. Ein weiterer Lkw wird also noch im Frühjahr folgen müssen.

Gommern l Die Hilfsbereitschaft der Bürger ist ungebrochen. Der Rumänienhilfeverein erfreut sich großer Unterstützung aus der Bevölkerung. Seit mehr als zwei Jahrzehnten kümmern sich die Mitglieder des Vereins um Menschen in Rumänien.

In dem Land fehlt es den dort lebenden Menschen an vielen Dingen. Trotz der Mitgliedschaft Rumäniens in der Europäischen Union sei der Wohlstand dort noch nicht angekommen, wissen die Gommeraner.

Mindestens zweimal im Jahr schicken sie einen Sattelschlepper voll beladen mit Spenden in das arme Land. In dieser Woche war es wieder einmal so weit. Das Lager in der Fuchsbergstraße ist bis unter das Dach gefüllt, sagt die Vereinsvorsitzende Edeltraud Nickel. Bei der Verladung stellen die Helfer schnell fest, dass sie nur einen Teil des vorhandenen Lagerbestandes auf den Sattelschlepper packen können. Zu schnell ist der Anhänger voll beladen. Neben vielen Textilien schickt der Verein vor allem Fahrräder in das Land. Die Räder seien sehr begehrt, sagt Edeltraud Nickel. Außerdem benötigen die Menschen vor Ort Rollstühle sowie Rollatoren. Die Gesundheitsversorgung sei mit dem deutschen Gesundheitsnetz kaum vergleichbar, beschreibt sie. Viele der wenigen Mediziner wandern außerdem auch noch aus dem bitterarmen Land ab, weil die Verdienstmöglichkeiten in Westeuropa einfach viel besser seien, beschreibt sie die Situation.

Nach dem Lkw wird eine kleine Reisegruppe heute nach Rumänien aufbrechen. In der Region, die die Gommeraner unterstützen, gibt es einen Partnerverein. Längst gehen die in Gommern gesammelten Spenden auch in andere Landesteile, weiß Edeltraud Nickel.

Wenn sie von ihrer Reise wieder zurück ist, wird sie noch im Frühjahr einen weiteren Hilfstransport organisieren. Rund 2400 Euro kostet die Fahrt des Lkw. "Bislang haben wir das Geld immer wieder durch Spenden aufbringen können", ist sie stolz auf die riesige Unterstützung aus der Bevölkerung. Auch in Zukunft wird der Verein hoffentlich ausreichend Spender finden, um weitere Lastkraftwagen nach Rumänien zu schicken.

Dank der EU-Mitgliedschaft des Landes fahren zumindest die Hilfstransporte ungehindert bis ans Ziel. Das sei früher nicht so gewesen, kann sie sich noch erinnern. An zahlreichen Grenzen half vor allem Bargeld, um durch die Schranken zu kommen. Immer wieder hätten damals irgendwelche Papiere gefehlt, sagte sie und ist froh, die Zeit hinter sich gelassen zu haben.