Burg l Am Tag nach der schweren Gasexplosion in der Magdeburger Straße in Burg hieß es gestern, die Spuren der Zerstörung so gut es geht zu beseitigen.

Anwohner der gegenüberliegenden und umstehenden Häuser schauten dabei auf ein völlig zerstörtes Fachwerkhaus Nummer 13, einen Berg aus Ziegelsteinen, Holztrümmern und Glasscherben. "Nicht nur das explodierte Haus ist abrissreif, auch das leer stehende Nachbarhaus rechts ist wohl so stark beschädigt, dass es nur noch abgerissen werden kann", so der Burger Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch. Bei mehreren anderen umstehenden Häusern wurden durch die Explosion Dächer, Fenster und die Fassaden beschädigt. Sie sind aber bewohnbar geblieben.

Ingrid Bittkau wohnt in der Magdeburger Straße 41, direkt gegenüber des zusammengestürzten Hauses. Die Fensterrahmen im Arbeitszimmer und in der Küche sind durch umherfliegende Ziegelsteine beschädigt worden, die Fensterscheiben zersplittert. Scherben liegen auf der Fensterbank und auf dem Boden. "Das Gröbste habe ich schon weggeräumt", so die 69-Jährige gestern. Die Anwohnerin hat zum Zeitpunkt der Explosion am Sonntag mit ihrem Mann im Wohnzimmer, das zur anderen Seite liegt, gesessen. "Der Knall war so laut, wir dachten, das wäre in unserem Haus passiert", sagte die Mieterin.

Thomas Seidelt, Chef der Hausverwaltung des Mietshauses, in dem Ingrid Bittkau wohnt, schaute sich noch am Montag die Schäden an. "Ich bestelle erstmal die Fensterbauer und die Glaser", versprach Seidelt der betroffenen Mieterin.

Marco Klapper und seine Leute von einer Burger Baufirma sind seit Sonntag mit Sicherungsarbeiten beauftragt. "Erst haben wir noch am selben Tag das Dach des benachbarten Hauses Nummer 14 gesichert, jetzt sind wir am gegenüberliegenden Haus Nummer 40 beschäftigt", so Klapper gestern zur Volksstimme. "Bei der Menge Gas hätte auch noch mehr passieren können", meinte Klapper.

"Die genaue Ursache des Unglücks werden wir wahrscheinlich erst ergründen können, wenn das explodierte Haus in Absprache mit dem Eigentümer demnächst abgetragen wird", sagte Polizeisprecher Kriebitzsch. Denn das eingestürzte Gebäude darf aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden, auch nicht von den Brandursachenermittlern der Polizei. Es gebe drei Möglichkeiten, so Kriebitzsch weiter: einen technischen Defekt, unsachgemäße Bedienung oder eine Manipulation in Suizidabsicht. Eine Propangasflache wurde bereits sichergestellt. Ein Heizgerät, das noch in den Trümmern liegt, soll noch untersucht werden.

Der schwer verletzte Mieter des eingestürzten Hauses, der als Einziger bei der Explosion zu schaden kam, konnte noch nicht befragt werden. Der 49-Jährige befindet sich in einer Spezialklinik in Halle.

Kreisbrandmeister Walter Metscher lobte gestern die Einsatzkräfte der Burger Feuerwehr, die nach der Explosion vor Ort waren. "Der Einsatz lief so ab, wie es sich gehört. Jeder Feuerwehrmann wusste, was er zu tun hatte. Solche Einsätze kommen zum Glück ja nur sehr selten vor", so Metscher. Er erinnere sich nur an einen anderen Fall, an die Explosion eines Einfamilienhauses in der Genthiner Kleinen Schulstraße 1997. Damals gab es ein Todesopfer.

Die Bergung des Verletzen in Burg sei relativ zügig möglich gewesen, da man vom Nachbarhaus erkannt hat, wo er liegt, so Metscher. Dass keine weiteren Menschen im Haus waren, darüber brachte erst der Einsatz eines Suchhundes Gewissheit.