Sechsmal Nein, eine Enthaltung: Die Position des Pietzpuhler Ortschaftsrates ist klar: Wir wollen keine weiteren Windräder.

Pietzpuhl l Auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Pietzpuhler Ortschaftsrates hieß es lapidar: Information zum Gemeinderatsbeschluss Aufstellung eines B-Planes "Erweiterung Windpark Schermen" Ortschaft Pietzpuhl und Schermen. Offenbar war eine Anhörung der Pietzpuhler zu diesem Thema nicht vorgesehen, obwohl auf der Beschlussvorlage eine Anhörung vermerkt war.

Wie dem auch sei: Den Pietzpuhler Räten war klar, dass ihre Auffassung zu den Windkraftanlagen keinen Widerhall finden würde. Wie schon vor vielen Jahren, als sie Klage gegen den Bau der jetzt auf dem Kapaunberg stehenden Mühlen eingereicht und ihn dann doch schweren Herzens und im Interesse der Gemeinschaft zurück genommen hatten.

Und in der Tat hatte der Gemeinderat Anfang Mai dem Aufstellungsbeschluss zur Erweiterung des Schermener Windparkes bereits zugestimmt.

Die Pietzpuhler Ortsbürgermeisterin sagte, dass ihr bisher bekannt war, dass lediglich zwei bis drei neue Windräder errichtet werden sollen. Dass nun sechs im Gespräch sind, sei ihr neu. Vertreter des Anlagen-Errichters Boreas hatten auf der Ortschaftsratssitzung von Schermen und der Möseraner Gemeinderatssitzung ausgeführt, dass auf dem festzulegenden Baufeld Platz für sechs Anlagen sei.

Sven Reinald, Klaus Titsch und Konrad Spiegler formulieren ihre Ablehnung: Es kann nicht sein, dass das Jerichower Land der Energieversorger Deutschlands wird. Die Räder rücken immer näher an unsere Ortschaft heran und verschandeln das Landschaftsbild. Klaus Titsch hat im Herbst, wenn keine Blätter an den Bäumen sind, den Schlagschatten der Räder im Haus.

Elke Gebser sagt, sie habe im Gemeinderat als einzige gegen die Planaufstellung gestimmt. Sie meinte: "Ich finde es nicht gut, dass man im Rat nur über die Einnahmen spricht. Mit diesem Beschluss haben wir die Planungshoheit verkauft."