Reichlich international ging es am Wochenende im Feuerwehrgerätehaus Möckern zu: Die Kameraden konnten am Freitag ihre neue Drehleiter in Empfang nehmen und am Sonnabend schaute ein Feuerwehrmann aus den Vereinigten Staaten vorbei.

Möckern l Diese Gelegenheit ließen sich die Möckeraner Kameraden nicht entgehen: Wenn man schon zwei Drehleitern vor der Haustür stehen hat, dann wird feierliche Beflaggung angeordnet. Und so flatterte an der altehrwürdigen Drehleiter das Sternenbanner der USA - und an der neuesten Errungenschaft im Möckeraner Fuhrpark die Fahne von Deutschland.

Anlass für die USA-Flagge bot der Besuch von Stephen Hicks, einem Feuerwehrmann aus dem US-Bundesstaat New Jersey. Hicks folgte am Sonnabend einer Einladung des Möckeraner Feuerwehrmanns Christoph Enke, der zwei Jahre in den Vereinigten Staaten verbracht hatte. Die beiden hatten sich kennengelernt, als der junge Möckeraner im Rahmen seines USA-Aufenthaltes zahlreiche Feuerwehr-Depot besuchte, um dort kameradschaftliche Grüße der Möckeraner Wehr zu bestellen. 51 Aufnäher, wie sie die Möckeraner Kameraden an ihren Ausgehuniformen tragen, verteilte Enke. Im Gegenzug brachte er 42 Aufnäher amerikanischer Wehren mit nach Hause.

Moderneres Innenleben

Stephen Hicks, der Mitglied in einem deutsch-amerikanischen Club ist, hatte Christoph Enke damals versprochen, bei seinem nächsten Deutschlandbesuch auch in Möckern vorbeizuschauen. Bei seinem Kurzbesuch gestern übergab er dem Möckeraner Wehrleiter eine originale Feuerwehrmütze und zwei Uniformhemden seiner heimatlichen Feuerwehr Woodbridge. Hicks, der bis vor zwei Jahren selbst aktiver Feuerwehrmann in Woodbridge war, zeigte sich angetan von Möckern und der hiesigen Wehr.

Von zuhause dürfte er jedoch größere Maßstäbe gewohnt sein. Während die Feuerwehr Möckern es auf gut 80 Einsätze im Jahr 2013 brachte, werden die Firefighter aus Woodbridge knapp 900 Mal alarmiert.

Wenn in Möckern demnächst mal wieder die Sirene gehen sollte, dann rollt vielleicht auch schon die Drehleiter aus Holland aus dem Depot. Von den Maßen ähnelt das MAN-Modell der nun ausgedienten Mercedes-Variante - 30 Meter lang kann sich die Drehleiter machen. Aber die inneren Werte lassen die Herzen der Möckeraner Blauröcke höher schlagen.

Drei zusätzliche Plätze

Da wäre etwa das Baujahr: 1999 wurde das Fahrzeug gebaut, die alte Möckeraner Drehleiter stammt aus den späten 70er Jahren.

Hinzu kommen drei zusätzliche Sitze, ein modernes technisches Innenleben und ein integriertes Notstromaggregat. Der Drehleiterkorb bietet nun Platz für drei Einsatzkräfte.

Am 3. Juni um 18 Uhr wird die 265-PS-starke Errungenschaft im Lochower Weg offiziell vorgestellt. Bis dahin werden noch einige Umbauten erledigt, etwa das digitale Funksystem, mit dem die Kameraden wenigstens untereinander schon gut funken können.

Was mit dem alten Fahrzeug geschehen soll, hatte Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly auf eine entsprechende Nachfrage noch nicht sagen wollen: "Die neue muss erst einmal da sein", schmunzelte er im vergangenen Stadtrat. Nun ist sie da.

 

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