Gestern startete in der Schartauer Straße in Burg die "offene Beobachtung und Aufzeichnung mittels Bildübertragung" durch fünf Kameras an vier Standorten. Die Maßnahme der Polizei ist vorerst auf ein halbes Jahr begrenzt und soll danach neu bewertet werden.

Burg l Farbschmierereien, Taschendiebstahl, Sachbeschädigungen, Einbrüche, Schlägereien - die Anlieger der Schartauer Straße, ob Bewohner oder Geschäftsleute, haben seit langem die Nase voll davon, dass sich Straftäter immer wieder in der Burger Innenstadt austoben.

Besonders der Abschnitt zwischen Magdalenenplatz und Gummersbacher Platz ist seit Jahren Schwerpunkt polizeilichen Handelns - auch bei politisch motivierten Auseinandersetzungen.

Vorläufiger Höhepunkt der Ereignisse: Im Frühjahr 2013 wurde am Magdalenenplatz ein Geldautomat aufgesprengt. Das hatte das Fass im Burger Stadtrat zum Überlaufen gebracht. "Wir dürfen unsere Stadt nicht den Kriminellen, Randalierern und Chaoten überlassen", so vor gut einem Jahr Karin Langner (SPD-Fraktion). Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) wurde beauftragt, bei der Polizei die lange diskutierte Videoüberwachung endlich durchzusetzen.

Die nun seit gestern laufende Videobeobachtung stelle, so Polizeisprecher Marc Becher, neben anderen präventiven Maßnahmen, wie zum Beispiel der Fußstreife, ein geeignetes Mittel zur Abschreckung von Tätern dar. Die Kameras sollen aber auch zur Hebung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung beitragen.

Becher charakterisiert die Burger Fußgängerzone Schartauer Straße als "geprägt von Einzelhandel, Gastronomie und Geldgewerbe. In der Nähe des stark frequentierten Bereichs befindet sich zudem die Diskothek Big Ben".

Insgesamt wurden fünf Kameras an vier Standorten aufgestellt. Die Bilder werden im Polizeirevier Burg ausgewertet und nach 72 Stunden automatisch gelöscht. Standorte sind:

- am und gegenüber Polizeirevier mit Blickrichtung Gummersbacher Platz

- am Goethepark-Center

- am Magdalenenplatz mit Blick auf den Platz und die Fußgängerzone

- am Markt (ehemalige Volksbank)

Die Kameras wurden gestern durch Beamte des Technischen Polizeiamts aufgebaut. Auffällige Hinweisschilder weisen im gesamten Bereich der Schartauer Straße auf die Videobeobachtung hin.