Ein positives Votum zur Gründung eines Seniorenbeirates gab am Donnerstag der Sozial- und Ordnungsausschuss des Gommeraner Stadtrates ab. Jetzt können die Fraktionen ihre Vorschläge für Rechte und Pflichten des Beirates unterbreiten.

Gommern l Wegen der Kommunalwahl Ende Mai war die Frage, ob in Gommern ein Seniorenbeirat gegründet werden soll oder nicht, nicht ausdiskutiert worden. Zur ersten Sitzung nach der Sommerpause des Sozial- und Ordnungsausschusses gehörte es zu den Themen, die Bürgermeister Jens Hünerbein (parteilos) ansprach.

Acht Frauen und Männer hatten sich nach Aufrufen unter anderem in der Volksstimme gemeldet, die sich eine Mitarbeit im Gommeraner Seniorenbeirat vorstellen könnten. Dessen Aufgaben würde eine Richtlinie festlegen. Ein Entwurf dazu existiert bereits: Wohn- und Baubereich, Verkehrs- und Infrastruktur, Kultur, Freizeit und Bildung. Auf die Erfahrungswerte der älteren Generation solle zurückgegriffen werden, erklärte Jens Hünerbein.

Zu den wichtigsten Themen zählt die Barrierefreiheit in der Stadt. Welche Hürden sehen die Älteren, die sich jüngere, agile Menschen nicht vorstellen können?

In der bisherigen Diskussion um einen Seniorenbeirat gab es auch skeptische Stimmen, die im Stadtrat schon einen Seniorenbeirat erkannten.

Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt sollte dem Beirat ein kleines Budget zur Verfügung gestellt werden, kündigte Jens Hünerbein an. Denkbar ist die Organisation von Vorträgen, die speziell auf Senioren zugeschnitten sind, wie beispielsweise die Nutzung von Smartphones.

Der Bürgermeister stellte zugleich die Zuarbeit der Freien Fraktion vor, die dem Seniorenbeirat nicht nur Rechte einräumen, sondern auch Pflichten einfordern will. Dazu gehören unter anderem die regelmäßige Berichterstattung gegenüber dem Stadtrat und die Kontaktpflege zum Kreisseniorenbeirat.

Der Richtlinien-Entwurf sieht derzeit zwölf Beiratsmitglieder vor, damit theoretisch jede Ortschaft vertreten sein könnte. Bislang kommen die Interessenten aber stärker aus dem Gommeraner Stadtgebiet als aus den Dörfern.

"Der Seniorenbeirat hätte viele Vorteile", sprach sich Jürgen Michalek (CDU), Vorsitzender des Sozial- und Ordnungsausschusses, für die Gründung aus und wurde in seiner Auffassung von allen Ausschussmitgliedern unterstützt.

Jens Hünerbein verteilte gleich an Christel Döring (CDU), Arne Haberland (FWGLG) und Knud Hartstock (SPD) den Entwurf der Richtlinie und die Vorschläge der Freien Fraktion, damit sich die Fraktionen eine Meinung bilden können. Bis Ende September sollen die Rückantworten im Rathaus eingegangen sein. Auf der nächsten Sitzung des Sozialausschusses wird die Richtlinie diskutiert - und die Gründung des Gommeraner Seniorenbeirates rückt wieder ein Stück näher.