Burg l Gott ist überall - am Sonntag zum Beispiel auch im Autoscooter beim Rolandfest in Burg. Der reformierte Schausteller-Pfarrer Conrad Herold hielt hier einen Gottesdienst der besonderen Art ab. Über 50 Gäste hörten dem 57-Jährigen, der musikalisch von einem Posaunenchor unterstützt wurde, gespannt zu.

"Befreites Lachen und Singen machen einen Gottesdienst aus, dann lebt die Seele auf", sagte Herold - und sein Plan ging auf. Jeder Besucher bekam einen Würfel mit verschiedenen Gesichtern. Eine lachende, eine kritische, eine traurige Miene waren unter anderem dabei. "Wie sahen Sie heute morgen aus, als Sie aufgestanden sind?", fragte er in die Runde. "Zeigen Sie das Gesicht Ihrem Nebenmann." Dann sollte mit dem Würfel-Gesicht ausgedrück werden wie das Wochenende war. Die Besucher hatten sichtlich Spaß an diesem kleinen Spiel.

Das ist es, was diese Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten für den Pfarrer, der früher fast 19 Jahre lang in Magdeburg gepredigt hat, ausmacht: "Auf dem Rummel oder im Zirkus fällt es vielen Menschen leichter zu lachen. Bei solchen Gottesdiensten haben wir häufiger Zaungäste. Ich habe mir mehr Intensität gewünscht, die ganze Breite des Lebens, deshalb bin ich heute Schausteller-Pfarrer."

Beim Autoscooter-Gottesdienst kamen auch die Jüngsten auf ihre Kosten. Am Ende verteilte der Pfarrer Chips für eine freie Fahrt.