Die Steinerne Brücke in der Ehleumflut zwischen Gübs und Magdeburg soll instandgesetzt werden. Das ist der Wunsch der Gübser Ortschaftsräte.

Gübs l Auf der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates nahmen die Vorhaben für das kommende Haushaltsjahr einen breiten Raum ein. Da im November der Biederitzer Haupt- und Finanzausschuss den Haushaltsplan 2015 erörtern wird, informierte Ortsbürgermeister Karl Heinz Latz, sollte Gübs bis dahin seine "Wünsche" fürs neue Haushaltjahr formuliert haben.

Ernst Seider , Ratsmitglied und Leiter der Freiwilligen Ortsfeuerwehr, lenkte die Aufmerksamkeit auf den Zustand des Feuerwehrgerätehauses. Nach 2001 mache sich eine Fassadenerneuerung notwendig, so Seider. Sie sei ganz schön verwittert und könnte einen frischen Anstrich vertragen. Außerdem müsste die Holzverkleidung am Giebel aufgearbeitet werden. Notwendig sei auch eine Sanierung des Fußbodens der Fahrzeughalle.

Jörg Vorhölter brachte die Friedhofsmauer ins Gespräch. Das sei ein Vorhaben, das bereits im Zuge der Kirchsanierung hätte in Angriff genommen werden sollen, erinnert er. "Die Vollendung schieben wir jetzt fünf Jahre vor uns her." Damals seien die notwendigen Kosten auf 35 000 Euro geschätzt worden.

Zu diesem Vorhaben nahm Kerstin Mecke vom Biederitzer Bauamt Stellung. Sie zeigte für das Drängen der Ortsräte Verständnis und meinte, dass eine Eingliederung der Mauersanierung in das europäische Leader-Förderprogramm die Chancen für eine Verwirklichung deutlich erhöhen würde. Kerstin Mecke sagte, dass die Gemeinde Biederitz seit einigen Jahren Mitglied der Aktionsgruppe "Elbe-Saale" sei und schon von dem Programm profitiert hätte. Derzeit werde eine neue Förderperiode vorbereitet. Da böte es sich geradezu an, gleich am Anfang mit dabei zu sein. Sie schlug vor, die Kirchmauer 2015 als Fördermaßnahme zu beantragen. In Kooperation mit dem Denkmalschutz könnten 2015 die Planung und Kostenschätzungen, die für die Förderung ohnehin Voraussetzung sind, erfolgen. Eine denkmalsrechtliche Zusage ist unabdingbar. 2016 könnte das Vorhaben dann verwirklich werden.

Im Leaderprogramm ist eine 70-prozentige Förderung möglich, sagte die Bauamtsmitarbeiterin.

Ortsbürgermeister Karl Heinz Latz regte an, die absehbaren Kosten in den Finanzplan 2016 gleich mit aufzunehmen. Im kommenden Jahr sollte der Fördermittelantrag gestellt werden.

An dieser Stelle wollte Ratsmitglied Andreas Thiele wissen, was mit Leader-Hilfe in der Gemeinde bereits ermöglicht wurde. Kerstin Mecke nannte unter anderem die Sanierung des Richterturmes am Reitplatz von Königsborn und das Dach der evangelischen Kirche Biederitz und den künftigen Spielplatz in Heyrothsberge.

Silvio Gentsch regte eine Aufwertung des Bolzplatzes von Klein Gübs an. Es wäre schön, wenn dort eine kleine Freizeitfläche mit Spielgeräten und Fußballtoren entstehen könnte. In die Gestaltung könnte vielleicht die angrenzende Ehle einbezogen werden, wenn man das Ufer abflachen und einen kleinen Kiesstrand anlegen würde.

Nach wie vor ist auch die Wiederbelebung der Steinernen Brücke für die Gübser wichtig. Latz sagte, es wäre schon ein Vorteil, wenn die Brücke soweit wieder hergerichtet würde, dass sie von Spaziergängern und Radfahrern benutzt werden kann. Die Brücke ermöglicht die kürzeste Verbindung zwischen Gübs und der Landeshauptstadt.

Kerstin Mecke meinte, dass man dafür verschiedene Fördertöpfe nutzen könnte. Doch zunächst müsse in Kooperation mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft die Machbarkeit erörtert werden. Und auf jeden Fall wäre hier auch eine gründliche und sachkundige Projektplanung notwendig. Für 2015 wäre denkbar, dass erst einmal - wie auch bei der Kirchmauer - die Planung und die Kostenschätzung auf den Weg gebracht werden.