Burg l Die Müllgebühren sollen schon wieder steigen. Nach einer Erhöhung zu Beginn dieses Jahres will der Landkreis seine Einwohner erneut höhere Rechnungen ausstellen. Eine 80-Liter-Tonne Restmüll kostet aktuell im Jahr 174 Euro. Die Gebühr soll auf 192 Euro steigen. Das sind zehn Prozent mehr. Im vergangenen Jahr berechnete der Kreis die Entsorgung einer Restmüll-Tonne dieser Größe mit 167 Euro.

"Die Tendenz zu einer Erhöhung ist da. Wenn wir nicht erhöhen, nehmen wir das Defizit mit in das nächste Jahr", erklärte Verwaltungsvorstand Bernd Girke vor den Mitgliedern des Umweltausschusses am Dienstag. Ursache des Defizits sind laut Verwaltung Mehrkosten für die Entsorgung von Grünschnitt. Hinzu kämen die Kosten für illegal entsorgten Abfall, für Sachverständigen- und Gerichtskosten und ein Jahresfehlbetrag aus 2013.

Laut Berechungen der Verwaltung kommen mit diesen Begründungen 836500 Euro Mehrkosten für die Entsorgung zusammen. Damit beziffert die Kreisverwaltung die Gesamtkosten für die Müllentsorgung auf knapp 9,9 Millionen Euro für das kommende Jahr. Im laufenden Jahr koste die Entsorgung rund 9,4 Millionen Euro.

Der Großteil (391000 Euro) des Mehraufwandes stamme aus den Kosten für die Entsorgung des Grünschnittes, sagte Fachbereichsleiter Christian Täger.

Mit insgesamt 20000 Tonnen Grünschnitt rechnet der Verwaltungsfachmann für dieses Jahr. Das seien gut 217 Kilogramm pro Einwohner. "Eine überdimensional hohe Zahl", meinte er.

"Das geht jetzt alles zu Lasten der Bürger?"

Einige Umweltausschuss-Mitglieder kritisierten die Gebühren-Erhöhung. Volker Bauer (CDU): "Wir erhöhen also die Abfallgebühren, weil die Menge an Grünschnitt größer wird. Die Rechnung ist seltsam." Edmund Herrmann fragte nochmal nach: "Das geht jetzt alles zu Lasten der Bürger?" Wolfgang Bernicke (Die Linke) ergänzte: "Wo bleibt da die soziale Gerechtigkeit? Nicht jeder hat Grünschnitt." Der Genthiner sprach sich für die Sammelstellen aus, möchte aber, dass die Kreisverwaltung weitere Zahlen vorlegt. "Da gibt es dringenden Diskussionsbedarf", sagte er.

Bis zum nächsten Ausschuss wolle die Verwaltung aufschlüsseln, wie hoch die Menge an Grünschnitt in den einzelnen Sammelstellen im Landkreis ist, erklärte Girke. So solle ergründet werden können, ob der Grünschnitt aus den Nachbarkreisen hinzu kommt.

Zudem informierte Girke, dass die Vergabe der Abfallentsorgung zum Jahr 2017 neu ausgeschrieben werde.

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