43 Jahre lang betreute Oberförster Günther Hahn den Wald im südlichen Bereich des Truppenübungsplatzes bei Schweinitz. Im Mai starb Günther Hahn. Seit Kurzem erinnert ein Wegschild an sein Wirken.

Schweinitz l "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir zwischen der Ortschaft Schweinitz und dem Übungsgelände der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz noch so einen schönen großen Wald haben", sagt Rainer Aumann vom Bundesforstbetrieb "Nördliches Sachsen-Anhalt".

Aumann ist zuständig für den Wald in der Region und weiß, welche Leistung Oberförster Günther Hahn in über vier Jahrzehnten erbracht hat: "Wenn man sich den Truppenübungsplatz ansieht, merkt man, dass nur im südlichen Teil noch so ein Wald steht." Durch seine guten Kontakte zu den sowjetischen Offizieren und sein diplomatisches Geschick sei es Günther Hahn und seinen Mitarbeitern gelungen, in den 43 Jahren seines forstlichen Wirkens den Schweinitzer Wald vor vernichtenden Bränden oder militärisch bedingten Rodungen zu schützen. Bis heute profitieren die Schweinitzer von dem Wald, der eine schallisolierende und staubfilternde Wirkung hat. Aumann bezeichnet Hahn als einen "herausragenden Forstmann".

Im Mai dieses Jahres verstarb Günther Hahn im Alter von 93 Jahren. Der Bundesforstbetrieb und seine Familie weihten vor Kurzem ein Wegeschild auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow im Forstrevier Schweinitz ein, das an den Oberförster aus Schweinitz erinnert. Der Waldweg vor der Schießbahn 6 heißt nun: "Oberförster Günther Hahn-Weg". "Mein Mann hätte sich sehr darüber gefreut", sagte Renate Hahn bei der kleinen Einweihungsveranstaltung mit Familienangehörigen und dem heutigen Revierförster Klaus Puffer. Den etwa 600 Meter langen Weg, der in Richtung Nedlitz führt, ist Günther Hahn oft gegangen. Einziger Wermutstropfen: Weil Weg und Gedenkschild auf dem Übungsgelände liegen, werden Besuche der Familie kaum möglich sein, und auch Spaziergänger können den Weg nicht nutzen. Dafür werden die Soldaten bei ihren Fahrten über die "Panzer-Ringstraße" lernen, wem sie diese Natur zu verdanken haben.

Nicht immer gehörte dieser Bereich zum Sperrgebiet. Erst später weitete die Bundeswehr die Grenzen zum Ort hin aus. In Teilen der von Hahn aufgeforsteten Flächen konnten die Schweinitzer früher noch Pilze sammeln und sich erholen.

Günther Hahn betreute 43 Jahre lang die 4800 Hektar Wald rund um Schweinitz. Er wurde am 5. Oktober 1920 im schlesischen Baschkow geboren. In Turawa, beim Grafen Garnier, heute Nationalparkgebiet, absolvierte er seine forstliche Ausbildung. Nach dem Krieg wurde er am 5. Oktober 1945 in das ehemalige preußische Forstamt Schweinitz eingewiesen, zunächst als Sekretär. Mitte der 50er Jahre bot sich ein Fernstudium zum Forstingenieur an. Hahn wurden der Wald des südlichen Teils des Truppenübungsplatzes Altengrabow und die Restflächen der ehemaligen Oberförsterei Schweinitz zur Betreuung anvertraut. "Herr Hahn betrachtete Wald und Wild als eine Gemeinschaft, er war ein sehr passionierter Forstmann, kümmerte sich um die Ausbildung des Jäger- und Försternachwuchses. Seine große Leidenschaft waren die Jagd und seine Hunde", erinnert sich Rainer Aumann.

1988 trat Günther Hahn in den Ruhestand und wurde zuvor in den Rang eines Oberförsters berufen. Am 23. Mai 2014 verstarb er.

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