Die Moderne hält Einzug. Ab Mai 2015 sollen die Burger Stadträte nicht mehr stapelweise Papier herumtragen, sondern nur noch das kleine iPad. Trotz einiger offener Fragen stimmte der Hauptausschuss für dieses Vorhaben. Heute ist der Stadtrat an der Reihe.

Burg l "Ich bin froh, dann nicht mehr soviel Papier bei mir haben zu müssen", sagte Otto Voigt (SPD-Fraktion) am Montagabend. Neben ihm lagen die Unterlagen für die Sitzung, etwa sechs bis sieben Zentimeter hoch wegen zahlreicher Bauleitplanungen und Zeichnungen. Die wären in einem dreiviertel Jahr allesamt digitalisiert und als Dateien in einem iPad abrufbar und könnten auch mit Hilfe dieses Mini-Computers von dem persönlichen Nutzer bearbeitet werden.

Papierlose Ratsarbeit umschreibt die Stadtverwaltung das Projekt, das nach vielen Vorgesprächen nun endlich umgesetzt werden soll. Andere Kommunen, wie beispielsweise Genthin, sind dabei schon Vorreiter - nach kurzer Eingewöhnung und ohne Probleme (siehe nebenstehenden Beitrag). Auch Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) warb im Hauptausschuss für die Umstellung: "Es ist an der Zeit, diesen Weg zu gehen."

Ganz so neu ist die Verfahrensweise indes nicht. Schon jetzt können Stadträte über eine spezielle Datenbank online recherchieren und auf Beschlussvorlagen oder Anlagen zurückgreifen.

In einigen Monaten soll lediglich ein Schritt weiter gegangen werden, indem sämtliche Sitzungsunterlagen (Stadtrat und Ausschüsse) als komprimierte Dateien zur Verfügung stehen. Dazu würden die 37 Stadträte dann ein mobiles Endgerät erhalten, das sie quasi für den Dienstgebrauch nutzen können. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile hat sich die Verwaltung für das iPad von Apple entschieden. Das nutzen auch die Genthiner Räte.

Über einen entsprechenden Mobilfunkvertrag würde dann die Burger Stadtverwaltung verhandeln, sagte Pressesprecher Bernhard Ruth.

Der Hauptausschuss stimmte schon einmal für die Umstellung von Papier hin zum iPad. Ermöglicht werden sollte in diesem Zusammenhang, das private WLAN zu Hause nutzen zu dürfen, schlug Clemens Engel (CDU) vor. Das ist ursprünglich nicht vorgesehen.