Gemeinschaftsschule oder Außenstelle der Sekundarschule Möckern: Wohin führt die Bildungszukunft in Loburg? Der Kreisausschuss am Mittwoch offenbarte: Es gibt noch viele offene Fragen.

Burg/Loburg l Eigentlich wollen ja alle nur das Beste, den Erhalt des Schulstandortes Loburg. "Aber beschließen wir demnächst im Kreistag auch das Beste", fragte Andreas Fischer von den Wählergemeinschaften/FDP. Fischer fragte absichtlich provokant. Er hatte diverse Formulierungen in der Beschlussvorlage ausgemacht, die durchaus Raum für Interpretationen lassen. Am liebsten hätte er einen Halbsatz aus dem Papier gestrichen, das der Kreistag am 1. Oktober wohl beschließen wird. Den Loburger stören die Vokabeln nach dem Komma in der Formulierung: "..., solange es die Schülerzahlen erfordern." (siehe Kasten)

Fischer sieht in diesem Passus einen Freibrief für die Schließung der Außenstelle Loburg, wenn in Möckern irgendwann Platz für alle Schüler aus beiden Standorten ist. Als neugewähltes Kreistagsmitglied scheiterte Fischer mit seinem Antrag, den Halbsatz zu streichen. Zuvor hatte er sich geduldig mehrere Redebeiträge der Kreistagskollegen pro Loburg angehört. Der Erhalt des Standortes sei eine gute Lösung für die Kinder und Eltern im Ort. So in etwa argumentierten Hartmut Dehne (CDU), Jörg Rehbaum (SPD), Lutz Nitz (Grüne) oder Wolfgang Bernicke (Die Linke). Nitz: "Selten gab es im Kreistag einen solchen Konsens wie zu diesem Thema."

Doch Fischer wollte sich mit netten Worten nicht besänftigen lassen. Er bohrte weiter: "Ich kann mich gut erinnern, dass Ex-Landrat Finzelberg in Loburg erklärte, der Kreistag habe die Brandschutz-Maßnahmen in Loburg beschlossen, die Gelder seien frei, es könne gebaut werden. Jedoch ist bis heute nichts passiert." Fischer meint, für Beobachter könne dies ein Indiz sein, dass die Schulzeit in Loburg doch begrenzt ist. Es folgte Ratlosigkeit im Kreisausschuss.

Als erster reagierte Kreisvorstand Bernd Girke: "Meines Wissens gab es keinen Beschluss." Als Kosten für diese Maßnahme seien 1,5 Millionen Euro berechnet worden.

Unklar ist zudem, mit welchem pädagogischen Konzept die Schule in die Zukunft gehen wird. Landrat Burchhardt: "Über dieses Thema habe ich kürzlich mit Bildungsminister Stephan Dorgerloh gesprochen."

Und die Schülerzahlen? Lutz Nitz: "Es gibt vom Land keine Vorgaben, wie viele Schüler eine Außenstelle haben muss."

Trotz langer Debatte im Ausschuss steht fest: Es gibt mehr Fragen als Antworten zum Standort Loburg.

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