In einem Loburger Hinterhof ist in den vergangenen sieben Jahren aus einem Stallgebäude ein kleines Tropenhaus entstanden. Herr dieses Dschungels ist Michael Unkenhold.

Loburg l Wer auf den Innenhof des Grundstückes in der Loburger Wahlgasse tritt, ahnt angesichts der acht Meter hohen Fensterfront schon von draußen, was gleich kommt. Ein letzter Schritt durch die Eingangsglastür, und man ist mittendrin im Urwald. Auf neun mal neun Metern hat der 43-jährige Loburger sich seinen eigenen Tropenwald eingerichtet. In der Mitte blubbern einige Süßwassertropenfische in einem 15 000 Liter-Teich. Darüber streckt sich eine Hängebrücke quer durch den Raum. Sie wird einmal den Badezimmerbereich mit dem Klavierzimmer verbinden.

Wie bitte? Ja, richtig gelesen. Michael Unkenhold hat den Minidschungel als romantisch-exotische Pension mit zwei Zimmern konzipiert und bietet schon jetzt im angrenzenden Dachzimmer kleine Klavierabende für Freunde an. "Das ist alles noch ausbaufähig", meint Unkenhold. Ideen hat er jedenfalls genug.

Die Gästezimmer sind noch nicht fertig, wohl aber die offene Küche in der unteren Dschungelebene sowie der Badezimmerbereich in der oberen von zwei Etagen. Er garantiert beste Aussicht in die Pflanzenpracht beim Zähneputzen, Duschen, und ... ja, auch. "Es ist aber noch eine spanische Wand für den WC-Bereich geplant", klärt Michael Unkenhold auf.

Fast alles hier hat der geschickte Loburger selber gebaut, die (vom Bauamt ordnungsgemäß abgenommene) Hängebrücke, den Teich, die Funktionsbereiche. An der mit Kokosseil umwickelten Balustrade fallen zwei Holzkästen auf. Darauf sind acht kleine Messingknöpfe angeordnet. Michael Unkenhold drückt einen davon: Ein zuvor unsichtbarer Strahler beleuchtet Teile des Dschungels. Andere Knöpfe sorgen für andere Stimmungsleuchten oder für Musikerlebnisse. Gekostet habe das alles etwa einen Mittelklassewagen, schätzt Unkenhold.

Damit er und seine Gäste den Dschungel auch im Loburger Winter genießen können, gibt es einen gemütlichen Kamin. In den Wintermonaten wird das Tropenhaus auf 15 bis 18 Grad gebracht. Die Pflanzen vertragen das, sagt Unkenhold. Dass er sich auf tropische Pflanzen versteht, ist keine Frage. Die Tillandsien, Orchideen, Bananen oder Philodendren hat er selber gezogen. Irgendwann kam der Zeitpunkt, dass sich die Pflanzen von selber ihren Platz im Regenwäldchen gesucht haben. Schon im Jahr 1998 hatte die Volksstimme über den Tropenfreund berichtet, da hatte er sich ein kleineres Trophendomizil geschaffen, mit 36 Quadratmetern. Damals tummelten sich auch noch ein Beo, ein Leguan und Stabheuschrecken in dem Raum. Die gibt es in der XXL-Ausgabe nun nicht mehr: "Die Tiere haben die Pflanzen angeknabbert", erklärt der Schöpfer des Scheunenurwaldes.