Als wäre es real: Im Obergeschoss des Burger Krankenhauses entwickelt sich starker Rauch. Mitarbeiter rufen die 112. Die Leitstelle informiert die Burger Feuerwehren. 67 Kameraden sind sofort einsatzbereit und nehmen an der Großübung Donnerstagabend teil.

Burg l Nur wenige Minuten nach dem die Sirene in Burg angeht, rücken die ersten Feuerwehrkameraden am Donnerstagabend in Richtung Krankenhaus aus. Passanten bleiben erschrocken von Sirenenlärm und Blaulicht stehen. Dutzend Fahrzeuge treffen gegen 18.30 Uhr auf dem Krankenhausgelände ein. Im Dachgeschoss soll es brennen. Starker Rauch hat sich entwickelt. Patienten müssen evakuiert werden. Kameraden legen Atemschutzgeräte an, Schläuche werden ausgerollt, die Drehleiter ausgefahren.

Es regnet in Strömen. Keine Spur von Hektik. Jeder scheint zu wissen, was er zu tun hat. Die Gesichtszüge der Passanten bleiben angespannt, die Mobiltelefone sind für Videoaufnahmen einsatzbereit. Plötzlich tauchen am Fenster der Station D 9 drei junge Menschen in Krankenhauskitteln auf. Sie winken. Und lächeln fröhlich dabei. Entwarnung: Alles nur eine Übung. Die Probe für den Ernstfall. Von langer Hand geplant.

Schüler mimen die Patienten

Die Schüler der Krankenpflegeschule schlüpften in die Rolle der Patienten. Wer gehen konnte, wurde von den Kameraden in Atemschutzmontur untergehakt, für die zehn "Bettlägerigen" kam ein spezielles Tragetuch zum Einsatz. "Nur die Führungsebene von Krankenhaus und Feuerwehr wussten von der Übung", sagt Kreisbrandmeister Walter Metscher.

Eine detaillierte Auswertung gemeinsam mit dem Krankenhaus wird es erst in den nächsten Tagen geben. Dennoch zeigt sich Burgs Stadtwehrleiter Wolfram Stukenberg zufrieden. "Insgesamt ist es so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben", sagt er. 67 Kameraden der Feuerwehren aus Burg, Parchau, Ihleburg, Detershagen, Reesen, Niegripp und Schartau waren an der Übung am Burger Krankenhaus beteiligt. Um 18.24 Uhr, neun Minuten nach der Alarmierung, trafen die ersten Einsatzkräfte am Einsatzort ein. "Das war schon ganz gut, aber die Umleitungen im Stadtgebiet haben die Anfahrt natürlich etwas verzögert", macht Stukenberg deutlich.

Kameraden halten Zeitfenster ein

Die Ortswehren wurden eine Minute später benachrichtet. 18.35 Uhr hatten alle Einsatzkräfte ihre Stellung am zugewiesenen Ort bezogen. Ziel der Übung war zum einen das Prüfen der Einsatzbereitschaft der einzelnen Feuerwehren und zum anderen das Retten von Menschen im Krankenhausumfeld. "Es ist natürlich auch im Interesse des Krankenhauses, dass wir den Ernstfall eben auch mal direkt vor Ort proben können", betont der Stadtwehrleiter.

So war auch Klinikgeschäftsführer Thomas Wüstner zufrieden mit der Rettungsübung. "Die Rettungsmaßnahmen liefen reibungslos ab. Die Männer der beteiligten Feuerwehren und die beteiligten Mitarbeiter der Klinik gingen äußerst professionell mit der gestellten Gefahrensituation um." Dabei sei das Zeitfenster eingehalten, und die Rettungsaktionen ordnungsgemäß durchgeführt worden.

"Wenn es wirklich einen Brand gegeben hätte, wäre voraussichtlich niemand zu Schaden gekommen", fasst der Klinikgeschäftsführer nach Abschluss der Evakuierung zusammen.

   

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