Wenn in Körbelitz Mülltag ist, dann werden rund 20 Anlieger im hinteren Bereich des Masanschen Weges mobil. Sie schnappen ihre Mülltonnen und zerren sie rund 150 Meter zu einem angeordneten Sammelplatz am Straßenrand. Seit dem 25. September fahren die Müllautos nicht mehr bis zu ihren Häusern.

Körbelitz l Die betroffenen Bewohner sind sauer. Im September hatten sie einen Zettel von der Verwaltung im Briefkasten: Ab sofort sind die Tonnen auf den Sammelplatz zu bringen. "Richtig geredet hat mit uns keiner aus der Verwaltung", sagt Gesine Decker. "Zettel rein und fertig." Vom Auto aus habe ein Verwaltungsmitarbeiter nur kontrolliert, ob wir alle schön folgen, fügt Gabriela Malmquist verbittert an.

Die Anlieger sehen nicht ein, dass sie nun die Leidtragenden an einer Situation sind, die sich bereits im Frühjahr abzeichnete und die - so ihr Urteil - von den verantwortlichen Stellen verschlafen wurde oder nicht intensiv genug verfolgt worden ist. Detailliert informiert worden sind sie nicht, bis jetzt nicht. Auch daraus resultieren Frust, Ärger und Unzufriedenheit darüber, wie mit ihnen umgegangen wird. Dass der Wendehammer am Masanschen Weg keine Dauerlösung sein wird, musste allen klar gewesen sein. Eine ausgewiesene Baufläche war einst aufgeschottert und zum Wendehammer deklariert worden. Jetzt steht dort ein Rohbau.

Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Jerichower Land reagiert schon im Frühjahr. AJL-Geschäftsführer Dr. Henning Gehm: "Im April erhielten wir von einem Mitarbeiter des Fachbereiches 7 beim Landkreis die Information, dass das Wenden ab Herbst nicht mehr möglich sein wird. Daraufhin wurde die Gemeinde Möser im Mai über die Sachlage informiert. Ein Rückwärtsfahren von mehr als 150 Meter ist laut Vorschrift der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft verboten."

Hartmut Dehne, Fachbereichsleiter der Möseraner Gemeindeverwaltung, entgegnet: "Wir haben eine Person als Einweiser angeboten. Wollte man aber nicht." Dehne gibt zu, dass man bei der Sache spät dran sei. Nun werde aber mit Hochdruck gearbeitet. Fast täglich gäbe es Gespräche mit Grundstückseigentümern oder Pächtern, um einen neuen Wendeplatz zu schaffen. Das ist aber nicht unproblematisch. Dehne: "Wir betrachten die jetzige, für die Anlieger missliche Lage, als absolute Übergangssituation."

"Mal sehen, wie lange das noch so geht?", fragt Fred Malmquist ungläubig. "Wie das alles funktionieren soll, wenn Schnee liegt, die Straßen und Gehwege eng und glatt sind, das kann ich mir nicht vorstellen."

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