Wer meint, Kakteen seien Pflanzen, die kaum Pflege und Zuwendung verlangen, der liegt falsch.

Möser/Schermen/Magdeburg l Zum letzten Mal in diesem Jahr öffnet der Markttreff Möser am 25. Oktober pünktlich um 9 Uhr seine Tore. Bis um 13 Uhr wird Gelegenheit sein, frische Lebensmittel aus der unmittelbaren Umgebung zu kaufen. Vertreten sind auch wieder Handwerker und Gewerbetreibende sowie regionale Gärtnereien, berichtet Isabell Schauer von der Landesgesellschaft Sachsen-Anhalt als Hauptorganisator. Zum ersten Mal dabei ist Ralf Pfeiffer aus Tuchheim mit seiner Backfischtheke, an der es natürlich auch frischen Fisch gibt.

Unter den Anbietern ist auch wieder Hans-Ulrich Gerlach aus Magdeburg. Der Sammler von Kakteen und Sukkulenten, der diese Pflanzen auch züchtet, ist schon im Vorjahr auf dem Markt präsent gewesen. Wie Gerlach sagt, ist das für ihn inzwischen mehr als reine Freizeitgestaltung.

Die Faszination der stachligen Pflanzen ist schon in seiner frühen Jugendzeit entfacht worden. "Es muss noch vor der Jugendweihe gewesen sein", erinnert er sich, "als mir meine Eltern zu irgendeinem Anlass eine Schale mit Kakteen schenkten. Da habe ich mich infiziert mit dem Kaktus-Virus." Zunächst wurden lediglich verschiedene Pflanzen gesammelt. Und es wurden immer mehr. Ihre Haltung war nicht ganz einfach. Wo findet man zum Beispiel in einer Neubauwohnung einen kühlen Raum, wie ihn die vielfältigen Exoten verlangen? Da musste das ungeheizte eheliche Schlafzimmer herhalten. Später verglaste Hans-Ulrich Gerlach den Balkon.

Doch schon immer war ein kleines Gewächshaus sein Traum. Den erfüllte sich der knapp 60-Jährige vor fünf Jahren auf dem Grundstück seines Vaters in Schermen. Hier ist er fast täglich anzutreffen, um nach dem Rechten zu sehen. Da wird jedes Töpfchen individuell gewässert, wird Pflanzsubstrat gemischt aus feinen Kieseln, Dachziegel klein geschlagen, mit und ohne Gips, oder mit dem Wattestäbchen behutsam bei der Bestäubung "nachgeholfen".

Hans-Ulrich will sich bei seinen mehr als 750 Sorten, Arten, Spezies und Varietäten nun auf die so genannten Astrophyten spezialisieren. Der botanische Name, übersetzt "Sternpflanze", spielt auf die sternförmig angeordneten Rippen der zuerst entdeckten Pflanzen dieser Gattung an. Der Kakteen-Experte bietet am Sonnabend einige seiner Pflanzen an und steht den Kunden mit Tipps gern zur Verfügung.

Der letzte Markt dieses Jahres wird vom Möseraner Bürgermeister Bernd Köppen und Leadermanagerin Heike Winkelmann eröffnet. Als Besonderheit wird am Sonnabend Karl-Heinz Fröhlich, seit 1. Oktober einer von zwei Regionalbereichsbeamten in der Gemeide, zu Gast sein und das Spektrum seiner Arbeit mit einem Informationsstand präsentieren. Er hat einen Gurteschlitten der Landespolizei mit dabei.

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