Landwirt, Gärtner oder Winzer - 416 junge Frauen und Männer haben in diesem Jahr ihre Ausbildung in einem der "grünen Berufe" abgeschlossen. Maximilian Zöllner vom Agrarhof Kade gehört zu den 30 Besten und wird heute im Landesverwaltungsamt ausgezeichnet.

Kade/Halle l Kühe melken, Ställe ausmisten, Kälber versorgen sowie bei der Ernte unterstützen. So sah der Arbeitsalltag von Maximilian Zöllner (19) in den vergangenen drei Jahren aus. Sowohl in der Pflanzen- als auch in der Tierproduktion hat er auf dem Agrarhof Kade geholfen. Blockunterricht gab es in der Berufsschule in Salzwedel. "Man muss schon Interesse für Technik und vor allem Leidenschaft für den Beruf mitbringen", sagt er.

Von morgens um 7 bis nachmittags um 16 Uhr hat Maximilian an einem normalen Tag gearbeitet. Während der Ernte ging es dann aber auch schon mal in die Nacht hinein. "Dafür haben wir dann am nächsten Tag später angefangen. Es ist dann nicht so, dass wir nur zwei Stunden schlafen", betont der 19-Jährige. Aber gerade die Arbeitszeiten sind es, die den Nachwuchs oft davon abhalten, in die Landwirtschaft zu gehen. "Für uns ist es aber wichtig, dass die Auszubildenden nicht nur minderwertige Arbeiten verrichten, sondern Wissen mitnehmen, und dafür müssen sie in die verschiedenen Prozesse mit eingebunden werden", erklärt Ramona Zöllner vom Agrarhof Kade. Dieses Wissen wird ihr Sohn mit dem Studium zum Techniker und einem Praxisjahr in den nächsten drei Jahren weiter vertiefen. "Dabei kann ich mir auch einen Abstecher ins Ausland vorstellen, um nochmal etwas Neues kennenzulernen", blickt Maximilian voraus. Für die Vorstandsvorsitzende des Agrarhofs nur nachvollziehbar: "Wenn man jung ist, muss man einfach alles mitnehmen, was möglich ist", sagt sie.

Seine Ausbildung hat der Facharbeiter mit einem guten Zweier-Durchschnitt absolviert. Damit gehört er zu den 27 besten Absolventen in den sogenannten grünen Berufe in diesem Jahr und wird heute im Landesverwaltungsamt in Halle ausgezeichnet. Das Interesse für den Beruf ist bei ihm vor allem familiär geprägt. "Der Berufswunsch war immer schon da, habe mir vorher in einem Praktikum alles angeschaut und danach stand fest, dass ich als Landwirt arbeiten möchte. Da ich bereits in dieser Zeit schon alles kennengelernt habe, hat mich in der Ausbildung auch nichts mehr wirklich überrascht", erzählt Maximilian.

Der 19-Jährige ist allerdings eine Ausnahme. Die Berufsbilder des Landwirts, Gärtners oder auch Winzers haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Die Landmaschinen sind heute oft GPS-gesteuert, die Abläufe im Stall meistens automatisch geregelt. "Das hat für viele junge Leute seinen Reiz, trotzdem macht sich auch in diesen Berufen nicht erst in den vergangenen Jahren ein Mangel an Auszubildenden bemerkbar", sagt Denise Vopel, Pressesprecherin des Landesverwaltungsamtes. Aufgrund des Einzug der Technik seien aber auch die Anforderungen an die Bewerber gestiegen. "Bei uns ist es mittlerweile Voraussetzung , dass der Auszubildende einen Trecker-Führerschein besitzt", erklärt Ramona Zöllner. Auf dem Agrarhof Kade wurden seit 1999 neun Azubis ausgebildet. "30 Prozent der Mitarbeiter in der Landwirtschaft sind über 55 Jahre alt. Das Angebot an Nachwuchs wird immer dünner", bestätigt die Vorstandsvorsitzende des Agrarhofs Kade.

Neben dem Technikinteresse und der Leidenschaft für den Beruf solle ein interessierter Bewerber natürlich auch mit Tieren und Menschen umgehen können, meint der 19-jährige Absolvent. "Schwerpunkte in der Schule sollten vor allem die Naturwissenschaften sein, aber auch Englisch", weiß Maximilian. Dass die Anforderungen aber steigen, leuchtet dem 19-Jährigen auch ein. "Die computergestützten Systeme erleichtern die Arbeit sehr. Ein Schlepper kostet 150000 Euro, wenn der falsch programmiert wird und zur Ernte ausfällt, das kann sich kein Betrieb leisten", nennt der Facharbeiter ein Beispiel. Der Wechsel zwischen Tätigkeiten im Freien, im Stall oder auf dem Acker, und den notwendigen Bürotätigkeiten machten für ihn persönlich die Ausbildung so reizvoll.

Sowohl mit seinem Ausbildungsergebnis als auch mit den Inhalten ist Maximilian sehr zufrieden. Den Berufswunsch hat er nie bereut. Seine Ziele sind hochgesteckt: "Später könnte ich mir schon vorstellen, einen Bereich zu leiten, ob das dann mit Pflanzen oder Tieren zu tun hat, ist letztendlich egal", so der 19-Jährige selbstbewusst.