Ein festlicher ökumenischer Gottesdienst und eine fröhliche Festsitzung boten vor einigen Tagen den Rahmen zur 25. Geburtstagsfeier der Biederitzer Kantorei.

Biederitz l Pfarrer Johannes Henke begrüßte die Kirchgemeinde und ganz besonders die Sängerinnen und Sänger, die am 1. Advent vor 25 Jahren zum ersten Mal öffentlich auftraten und auch den Biederitzer Musiksommer begründeten. "Es sei ein Festtag der Kantorei", sagte Pfarrer Henke, "aber zugleich verlor am heutigen 9. November vor 25 Jahren die Mauer mit ihrer Öffnung ihren Schrecken." Henke erinnerte aber auch an die Reichspogromnacht vor 76 Jahren, als auch die Kirchen versagten und schwiegen.

Das Thema des Mauerfalls verband das Magdeburger Theologenehepaar Gabriele und Andreas Herbst in ihrer Predigt mit dem Jubiläum der Kantorei. Die Historie des Psalms 13 in der Zeit Jerusalems "Mit meinem Gott überspringe ich Mauern" transformierten sie in die Gegenwart der Kantorei. Gabriele Herbst lobte die Bemühungen der Kantorei, die Mauern zwischen evangelischer und katholischer Kirche zu überwinden. "Ihr geht mutig und beharrlich über Brücken. Ihr lebt musikalische Ökumene, und deshalb hört euch Gott besonders gern. Er will neue Lieder hören." Die Kantorei überwinde Mauern zwischen alter Musik und neuen Harmonien und die Kantorei wende sich seit Jahren mit Konzerten gegen die Mauern von Rassismus und Intoleranz.

Pater Andreas forderte dazu auf, nicht nur in der Musik, sondern auch im täglichen Wort Gott zu ehren.

Gefeiert wurde zudem die Uraufführung einer Komposition von Kantor Michael Scholl, eine Psalmvertonung "Mit meinem Gott überspringe ich Mauern".

 

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