Eine Zusammenlegung von Stadt- und Schulbibliotheken, verbunden mit einem Umzug in Schulnähe, ist nach Prüfung derzeit ungünstig, da es kein passendes Objekt gibt.

Gommern l Die CDU-Fraktion gab den Anstoß: Zusammenlegung der Stadt- und Schulbibliotheken, damit verbunden ein Umzug der Bibliothek in Schulnähe. Die Prüfung der Verwaltung folgte. Die nicht so positiven Resultate stellte Bürgermeister Jens Hünerbein beim Kultur- und Bildungsausschuss vor.

Eine Abfrage der Schulen ergab, dass die Sekundarschule keine Bibliothek hat und es deshalb begrüßen würde, wenn die Bibliothek in die Nähe rückte. Das Gymnasium sieht es ähnlich und würde einer Zusammenlegung ihrer Schulbibliothek mit der Stadtbibliothek zustimmen, die Grundschule lehnt eine Zusammenlegung ab - soweit der Bedarf.

In der Welt der Zahlen wurde es langsam nüchterner: 160 Quadratmeter hat die jetzige Bibliothek - "schon jetzt sehr eng". Bei einer Zusammenlegung würden aber laut Empfehlungsrichtlinien etwa 390 Quadratmeter benötigt werden, um alle Medien unterzubringen. Und das alles unter einem Preis von 14 700 Euro, denn so viel kostet die Bibliothek derzeit im Jahr. "Zwei Objekte haben wir dazu ins Auge gefasst, einmal die dritte und vierte Etage des K30 und ein privates Objekt auf der Magdeburger Straße 26", erklärte Hünerbein. Doch bei beiden Objekten würde die Deckentragkraft zum Problem werden. Im K30 würde außerdem keine Barrierefreiheit mehr gewährleistet werden können, da kein Fahrstuhl vorhanden ist. "Außerdem würde bei Auszug aus dem jetzigen Gebäude, das kommunal vermietet wird, auch die Einnahmen wegfallen", wies Hünerbein hin.

Als fachkundiger Gast war Bibliothekarin Beate Masiowski anwesend. "Natürlich würde ich mehr Schulnähe begrüßen, da die Schüler oft im Unterricht auch zu uns kommen. Aber nur, wenn es ein adäquates Objekt gibt, denn schon jetzt ist es räumlich bei Veranstaltungen sehr beengt", sagte sie.

"Die Kosten-Nutzen-Rechnung ist eindeutig", brachte es Arne Haberland auf den Punkt.

Der Antrag wurde vom Kultur- und Bildungsausschuss somit abgelehnt. In den Stadtrat geht der Antrag mit dem Hinweis, dass es derzeit nicht passt, aber nicht aus den Augen verloren wird.