Stellvertretend für alle etwa 150 Bundeswehr-Soldaten aus Sachsen-Anhalt, die über die Weihnachtsfeiertage im Auslandseinsatz sind, nahm am Sonnabend in der Burger Clausewitz-Kaserne Hauptgefreiter Daniel D.* die Anerkennungsmedaille 2014 des Landtages von dessen Präsident Detlef Gürth (CDU) entgegen.

Burg l Der 23-jährige Soldat aus dem Salzlandkreis, der seit zwei Jahren bei der Bundeswehr ist und zum Lazarettregiment 31 in Berlin gehört, wird in wenigen Tagen seinen ersten Auslandseinsatz antreten und dann einer von über 3200 Bundeswehrsoldaten sein, die fern der Heimat ihren Dienst tun. Vier Monate Mali stehen dem Kfz-Mechatroniker bevor. Im nördlichen Afrika ist die Bundeswehr mit bis zu 250 Soldaten an einer europäischen Ausbildungsmission beteiligt, die zur Stabilisierung des Landes beitragen soll. Zudem stellt die Bundeswehr für eine von den Vereinten Nationen in Mali geführte Unterstützungsmission Kapazitäten für Lufttransport und Luftbetankung bereit.

Die Vergabe der Anerkennungsmedaille erfolgte am Sonnabend während der Weihnachtsfeier des Familienbetreuungszentrums Burg, zu der sich etwa 140 Angehörige von Soldaten eingefunden hatten, die sich zurzeit im Auslands-einsatz befinden - in Afghanistan, im Kosovo, in der Türkei oder in Afrika. Dabei waren auch die Eltern, Großeltern und der Bruder von Daniel D., die hoffen, dass die Lage in Mali auch weiterhin "ruhig und sicher" ist.

An sie und alle anderen Angehörigen richtete der Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Axel Lautenschläger, seine Worte. Die Soldaten im Einsatz bräuchten keine Heldenverehrung oder Mitleid, aber Anerkennung und Anteilnahme seien ungemein wohltuend. Ein solches Zeichen der Anerkennung sei die Anerkennungsmedaille des Landtages. Nach seiner Kenntnis, so Oberst Lautenschläger weiter, sei Sachsen-Anhalt das einzige Bundesland, das seine Anerkennung und Unterstützung seiner Soldaten in dieser Form zum Ausdruck bringt. "Und das ungebrochen seit 2003."

Die Medaillen gehen nun per Feldpost in die Einsatzgebiete und werden durch die zuständigen Vorgesetzten an die Soldaten aus Sachsen-Anhalt überreicht, als Dank und Anerkennung seitens der Abgeordneten des Landtages für den Dienst fernab ihrer Familien, wie Landtagspräsident Gürth bei der Übergabe an Hauptgefreiter D. und Oberst Lautenschläger sagte. Angehörige der Bundeswehr und der Polizei aus Sachsen-Anhalt, so Gürth weiter, unterstützten gemeinsam mit verbündeten Einsatzkräften die Friedensbemühungen in vielen Krisenregionen der Welt. "Sie tragen wesentlich dazu bei, die politischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für eine freiheitlich-demokratische Ordnung in diesen Regionen zu schaffen."

In Afghanistan wird die Medaille dann auch der Ehemann von Sabine Z.* aus dem Jerichower Land in Empfang nehmen. Die Kaserne des Soldaten im Auslandseinsatz steht in Lüneburg. Die junge Frau war am Sonnabend mit ihren beiden Kindern zur Weihnachtsfeier des Familienbetreuungszentrums Burg gekommen. Das erste Mal seit elf Jahren wird das Ehepaar Z. die Weihnachtstage und den Jahreswechsel getrennt vonein- ander verbringen. "Wir freuen uns dann umso mehr auf das Wiedersehen im Januar", so Sabine Z.

Für die Daheimgebliebenen sei es oft schwieriger, die Belastungen eines Auslandseinsatzes zu meistern als für diejenigen, die im Einsatz sind. Das, so Oberst Lautenschläger, wisse er aus der eigenen Erfahrung von nunmehr drei Einsätzen in Afghanistan. Darum sei die Weihnachtsfeier in Burg auch dazu da, dass die Angehörigen für einige Stunden den Kopf frei bekämen, sich austauschen und die Seele ein wenig baumeln lassen könnten.

Die Voraussetzungen dafür hatte das Familienbetreuungszentrum Burg unter der Führung von Oberstabsfeldwebel Stephan Koch mit viel Engagement geschaffen. Der Saal auf dem Gelände der Burger Clausewitz-Kaserne war weihnachtlich geschmückt, es war für das leibliche Wohl gesorgt, es gab Kinderbetreuung, der katholische Militärpfarrer, Georg Bäuml, sang mit den Gästen Adventslieder und "Radio Andernach" nahm Grüße der Angehörigen an die Bundeswehrsoldaten im Ausland auf. Zum Team von Stephan Koch gehörten auch wieder Ehrenamtliche aus Burg und Umgebung: Kerstin Koch, Dagmar Seidel, Gabi Jerkowski, Heiko Jerkowski und Olaf Thiel.

Das Burger Bundeswehr-Logistikbataillon bereitet sich unterdessen auf seinen nächsten Auslandseinsatz vor, der für 2015 geplant ist.

*Die Bundeswehr schützt die Einsatzsoldaten und Angehörigen durch eingeschränkte Namensnennung.

Bilder