Wie fühlt sich ein Jugendlicher ohne Spiele-Konsole oder Handyguthaben? Die Fünft- und Sechstklässler der "Carl von Clausewitz"-Sekundarschule in Burg lernen im interaktiven Theaterstück "Zusammenkommen", dass Freundschaft nicht materiell bedingt sein sollte.

Burg l Wie überzeugt eine Jugendliche ihre Mutter davon, dass sie unbedingt eine Handy-Flatrate braucht? Dieser Aufgabe stellte sich Sechstklässlerin Alina Schmidt in der Rolle von Lena vor allen Schulkameraden der fünften und sechsten Klassen der Europaschule "Carl von Clausewitz" in Burg.

Hintergrund war ein Theaterstück mit dem Titel "Zusammenkommen" der Bonner Theatergruppe "Inszene" in der Aula der Schule, organisiert durch das Soziokulturelle Zentrum in Burg.

In verschiedenen Rollen präsentierten drei Schauspielerinnen junge Menschen in Alltagssituationen, wie sie die Schüler nachempfinden können. Darunter Lena, die kein Handy hat, Lukas, der auf sich allein gestellt ist, weil es seine alkoholkranke Mutter am Morgen nicht aus dem Bett schafft oder Theresa, die alles bekommt, was sie sich wünscht.

Nicht das neueste Handy zu haben, keine weite Urlaubsreise machen zu können oder ohne Spiele-Konsole zu leben: Dies wurde im Stück thematisiert. Anschließend machten sich die Schüler auf die Suche nach sinnvollen Lösungen, um den fiktiven Geschichten einen positiven Dreh zu verleihen und die Figuren des Stückes näher zusammenzubringen.

"Ich würde meiner Freundin vorher zeigen, wie das Spiel auf der Wii funktioniert", schlägt Cynthia Stamm vor, um die dargestellte Szene zweier Freundinnen um den Sieg an der Konsole zu entschärfen. Dann steigt sie selbst auf die Bühne und spielt ihren Vorschlag mit Schauspielerin Monika Noltensmeier nach. Schließlich sei es ja sonst keine echte Freundschaft, meint die Schülerin der 5 a.

Noch forscher geht Niklas Rimpel ran und telefoniert kurzerhand mit der "Oma" Laura Schürmann, um für neues Handy-Guthaben zu plädieren.

Schnell erkennen die Schüler, dass es trotz unterschiedlicher Lebensverhältnisse Wege gibt, um miteinander ins Gespräch zu kommen und Ausgrenzung keine Möglichkeit sein sollte, sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken.

Schließlich gerät Alica Albrecht aus der 6 b in einer improvisierten Szene zwischen die Fronten ihrer getrennten Eltern. Souverän zeigt sie, dass sie sich nicht zwischen Mama und Papa hin- und herschieben lässt und verabredet sich kurzerhand mit Freunden für das Wochenende, an dem eigentlich der Vater für die Freizeitplanung zuständig wäre.

Der Moderatorin und künstlerische Leiterin des interaktiven Stückes, Friderike Wilckens-von Hein, erörterte gemeinsam mit den Schülern, wie Konfliktsituationen sinnvoll gelöst werden können. Das Bedarf besteht, sich gegenseitig mit Respekt gegenüber zu treten, zeigten auch die Buhrufe einiger junger Zuschauer, wenn die mutigen Mitschüler die Bühne betraten, um mit ihrem schauspielerischen Einsatz zum Gelingen des interaktiven Stückes beizutragen.