Burg l "Die Geburtsstadt Carl von Clausewitz ist eine Reise wert." Diese Worte fand der Clausewitz-Preisträger Klaus Olshausen auf der Internet-Seite von Professor Bassford "Clausewitz.com". Auf dieser Seite ist auch der Stammbaum der Familie Clausewitz veröffentlich, welcher von Burgern für Burg erarbeitet wurde und im "Café Clausewitz" im Burger Marktkauf hängt.

Davon schien auch die Autorin und Historikerin Vanya Eftimova-Bellinger gehört zu haben. Die gebürtige Bulgarin weilte für Forschungszwecke ein paar Tage in Deutschland und ließ es sich nicht nehmen, die Forschungsgemeinschaft Carl von Clausewitz in Burg zu besuchen. "Sie war bereits vor zwei Jahren schon einmal in Burg", so Bernd Domsgen von der Forschungsgemeinschaft.

Wie es sich für die Forschungsgemeinschaft gehört, traf man sich im "Café Clausewitz". "Vanya Eftimova-Bellinger war sehr angetan von der Idee des ,Café Clausewitz` zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades des Burger Sohnes", freute sich Forschungsgemeinschaftsmitglied Olaf Thiel .

Die Historikerin hat gerade die Biographie über Marie von Clausewitz, geb. Gräfin von Brühl, beendet. Die Burger Forschungsgemeinschaft konnte ihr dabei interessante Details zuarbeiten, wofür sie sehr dankbar war. Das Buch wird im Jahre 2016 erscheinen.

Im Laufe des Tages tauschte Vanya Eftimova-Bellinger mit der Forschungsgemeinschaft ihre Ergebnisse der letzten Monate aus. Bernd Domsgen: "Sie war begeistert von den umfangreichen Dokumenten und Materialien, welche sich in den Händen der Burger befinden." So bekam sie zum ersten Mal Dokumente aus dem Burger Archiv zu Gesicht. Sie fand es sehr interessant, was die Eltern des Carl von Clausewitz für die Bildung ihrer Kinder alles getan haben.

Das Bild vom ungebildeten Carl hatte bei ihr schon lange geschwankt. Mit großem Interesse sichtete sie die Dokumente zur Umbettung von Carl und Marie von Clausewitz von Breslau nach Burg.

So haben sich auch beide Seiten über ihre weiteren Aktivitäten abgestimmt. Vanya Eftimova-Bellinger wird sich um die Dokumente in den Archiven in Dresden und Seifersdorf kümmern, während die Burger sich im Fischbach-Archiv umsehen werden.

Vanya Eftimova-Bellinger ist US-Bürgerin und lebt heute im italienischen Vicenza. Da sie zuvor fünf Jahre in Berlin gelebt hat, spricht sie gut Deutsch und es gab keine Verständigungsschwierigkeiten mit den Burgern.

Marie von Clausewitz ist ihr erstes Projekt nach dem Abschluss ihres Hochschulstudiums. "Das hatte sie ihrem Professor versprochen", sagt Bernd Domsgen. Seit sieben Jahren arbeitet sie daran.

Den Kontakt zur Burger Carl von Clausewitz-Forschungsgruppe hatte Professor Peter Paret über die Web-Seite von Professor Brass zu Vanya Eftimova-Bellinger hergestellt. Paret ist Deutscher und wanderte 1936 in die USA aus. Dort studierte er an der Universität von Princetown und lehrte dort auch.

Er war mehrmals in Berlin, um dort Vorträge zu halten. In diesem Jahr feierte Paret seinen 90. Geburtstag.

Das Buch über Marie von Clausewitz wird in den USA in englischer Sprache erscheinen. "Die Autorin sucht noch einen Verlag für die deutschsprachige Ausgabe", blickt Bernd Domsgen schon einmal voraus.

Bernd Domsgen und Olaf Thiel sind sich sicher, dass Vanya Eftimova-Bellinger mit ihrem Buch viel für das internationale Ansehen der Stadt Burg und derer von Clausewitz leisten wird. Deshalb, da sind sich beide einig, sei sie eine Kandidatin für den nächsten Clausewitz-Preis.