Weihnachtsbäume zum fairen Preis nachhaltig produziert - gibt es das? Ein Däne versucht das seit 20 Jahren im Kaukasus, wo georgische Zapfenpflücker für ihn arbeiten. Jetzt war Lars Bols in Schermen, wo "seine" georgische Tannen angeboten werden

Schermen l Etwa 35 Millionen Nordmann-Tannen werden in Europa jedes Jahr verkauft und davon etwa 200 000 fair gehandelte Weihnachtsbäume, berichtete Lars Bols, Gründer und Vorstandmitglied von "Fair Trees".

Zu Besuch nach Schermen war Lars Bols aus Dänemark mit seiner Mitarbeiterin Zhana Babunashvili aus Georgien angereist. "Wir wollen vor Ort sehen, wie wir das letzte Glied in der Kette der Weihnachtsbaum-Produktion, die Verkäufer selbst, unterstützen können und so auch unsere Kunden kennenlernen", sagte Lars Bols.

Seit über 20 Jahren ist das Ehepaar Marianne und Lars Bols in der Weihnachtsbaumbranche tätig und sorgt mit "Fair Trees" dafür, dass georgische Zapfenpflücker einen festen und fairen Lohn für ihre Arbeit erhalten. 2007 gründete die Familie Bols den "Fair Trees Fund", um auf die unwürdigen Bedingungen, unter denen georgische Zapfenpflücker leben und arbeiten müssen, aufmerksam zu machen und um diese zu verbessern.

Mit jeder verkauften Tanne fließt ein Beitrag von 0,68 Euro in den Fund. "Fair Trees Fund" ist tief in die soziale und wirtschaftliche Entwicklungsarbeit in Georgien, dem ärmsten Land Europas, engagiert.

"Abies nordmanniana", die Nordmann-Tanne, gehört in Europa zu den beliebtesten Weihnachtsbäumen, unter denen auch in diesem Jahr wieder die vielen kleinen und großen Geschenke am Heiligen Abend liegen.

Benannt wurde die Tanne nach dem finnischen Botaniker und Biologen Alexander Davidovich von Nordmann (1803-1866), der diese im Jahr 1835 im Kaukasus nordöstlich von Borshomi (heute Georgien) entdeckt und gezüchtet hatte.

"Unser neuestes Projekt ist ein Gesundheitshaus. Es wird demnächst in Georgien fertiggestellt", berichtet Lars Bols, wie die Arbeit weitergeht.

Bernd Wieland aus Burg lädt gerade eine mächtige tiefgrüne Nordmann-Tanne in sein Auto und sagt: "Seit zehn Jahren kaufe ich hier meinen Baum und kann mich darauf verlassen, dass er kaum Nadeln verliert, und ich unterstütze somit auch eine faire und nachhaltige Produktion."