Für den ehrwürdigen Burger Bismarckturm ist 2015 ein Jubiläumsjahr. 2005 begann die Sanierung des Bauwerkes. Zugleich wird der 200. Geburtstag des Namensgebers begangen. Das und weitere Vorhaben der Arbeitsgruppe des Heimatvereins erfuhren zahlreiche Besucher am Sonntag bei einem Tag der offenen Tür.

Burg l "Die Resonanz macht uns schon stolz", freute sich Hans-Georg Tietze am Sonntagnachmittag nicht ohne Grund. Mehr als 350 Interessierte nutzten die Möglichkeit, den 27 Meter hohen Bismarckturm in Augenschein zu nehmen und einen Blick von der Plattform über Burg und die Region zu werfen. Auch deshalb, weil das Wetter eine gute Fernsicht bot und viele Details im Hinterland gut erkannt werden konnten.

Wer sich hoch oben den Wind um die Ohren wehen ließ, konnte sich anschließend auf dem Erdboden aufwärmen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Bismarckturm des Heimatvereins sorgten mit Glühwein, Kaffee und Tee für wohlige Wärme - und auf diese Weise für Gespräche mit den rührigen Akteuren des Vereins. "Ich bin beeindruckt über das ehrenamtliche Engagement", sagte beispielsweise Jürgen Groth, der sich mit seiner Ehefrau über die Aktivitäten informierte. Diese sind bereits vollends auf das kommende Jahr fokussiert. Schon bald, am 22. Februar, laden die Mitglieder der Arbeitsgruppe wieder ein. Denn genau an diesem Tag vor zehn Jahren wurde die lange vermauerte Turmtür geöffnet und durch Mitarbeiter des städtischen Bauhofes eine Baustellentür eingesetzt.

Mit Hilfe einer Burger Kranfirma gelangte damals ein Bergsteiger auf den Turm, um sich von oben in das Innere des Gemäuers abseilen zu lassen. Der Fachmann konnte sich so einen Überblick über die Schäden verschaffen. Damit wurden auch die Weichen für die sich anschließenden Sanierungsarbeiten gestellt. "Ohne die Fördertöpfe von Land, Lotto und die enorme Spendenbereitschaft von Betrieben, Institutionen und Privatpersonen würde sich der Turm nicht in seiner heutigen Gestalt präsentieren", erinnerte Tietze. So wurden beispielsweise eine neue Holztreppe eingebaut, die metallene Wendeltreppe wurde ebenso aufgearbeitet wie Fenster und Türen.

Das kommende Jahr ist auch deshalb ein besonderes, weil dann der 200. Geburtstag des 1. Kanzlers des deutschen Reiches, Otto von Bismarck, begangen wird. Er ist ein Kind des Jerichower Landes, geboren am 1. April 1815 in Schönhausen. Sein Geburtsort gehörte bis zur Gebietsreform im Jahr 1952 zum 2. Jerichow´schen Kreis. Otto von Bismarck war, bis er in die große Politik eintrat, auch Deichhauptmann im Bereich Sandau-Jerichow und Ihleschaukommissar.

Der Museumsverband wird aus Anlass des 200. Geburtstages des Reichskanzlers eine Bismarckbüste auf Reisen schicken, die auf verschiedenen Stationen in Sachsen-Anhalt zu sehen sein wird. Im Burger Bismarckturm wird sie am Pfingstsonntag präsentiert, bevor sie weiter durch das Land "wandert".

Eine weitere Aktivität der Bismarckgruppe ist die Organisation des Bismarckturmlaufs, eine gemeinsame Veranstaltung mit den Ihleläufern im März kommenden Jahres. Auch Wanderungen sind wieder geplant.

 

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