Eine mit Vogelgrippe infizierte Ente wurde vergangene Woche in Aken (Anhalt-Bitterfeld) tot aufgefunden: Der erste derartige Fall in Sachsen-Anhalt. Doch der Präsident des Landesamtes für Umweltschutz Klaus Rehda erklärt im Interview mit Volksstimme-Redakteurin Franziska Ellrich, dass die Gefahr für Zuchtgeflügel wesentlich höher ist als für die Wildvögel.

Volksstimme: Der erste Fall des Vogelgrippe-Virus in Sachsen-Anhalt. Ist jetzt die Angst um eine schnelle Ausbreitung unter den Wildvögeln berechtigt?

Klaus Rehda: Wir müssen ganz sicher keine Angst um unsere Wildvögel haben. Dass der Vogelgrippe-Virus bei Wildvögeln ab und an auftritt, ist nichts Ungewöhnliches.

Wie sehen die Symptome aus? Wie kann ein Spaziergänger ein infiziertes Tier erkennen?

Man kann die Virusinfektion nicht einfach so erkennen, in den meisten Fällen verenden die Tiere einfach. Wer so einen größeren toten Vogel jetzt findet, sollte das am besten dem zuständigen Veterinäramt oder der Polizei melden.

Wie hoch ist die Gefahr, dass sich der Virus jetzt rasant unter den Wildvögeln ausbreitet?

Die Gefahr ist relativ gering. Dass sich die Wildvögel untereinander infizieren, ist eher die Ausnahme.

Warum sind die Sicherheitsmaßnahmen dann so hoch?

Infiziert sich ein Wildvogel, hält sich der Virus nicht lange unter den Tieren. Das einzelne erkrankte Tier stirbt schnell daran. Im Freiland hält sich das Virus meist nur ein paar Tage. Die Ausbreitung des Virus ist eher an die Handelswege gebunden.

Das bedeutet?

Dass so ein Virus bei Geflügeltransporten von einem Ort zum nächsten geschleppt worden sein könnte.

Zuchtgeflügel muss jetzt im Stall bleiben, Enten und Gänse werden vor der Schlachtung getestet. Wie ist eine Kontrolle bei den Wildvögeln möglich?

Nur sporadisch. Werden tote Vögel derzeit gefunden, dann werden sie auch auf das Virus hin untersucht. Flächendeckende Kontrollen sind im Freiland nicht möglich.

Welche Vögel sind es, die gerade in Deutschland auf dem Weg in den Süden Rast machen?

Gerade ziehen vor allem die Kraniche und die Gänse durch. Aufgrund des milden Klimas bleiben sie sogar etwas länger hier.

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