Auch der zweite Abschnitt des Niegripper Altkanals ist jetzt saniert. Eine Spezialfirma hat den Auftrag vor wenigen Tagen beendet. Insgesamt wurden knapp 50 000 Kubikmeter Faulschlamm aus dem Wasser geschaufelt und die Böschungen gesichert.

Burg/Niegripp l Die "Carrera" hat in den vergangenen zwei Jahren ganze Arbeit geleistet. Stück für Stück ist das Spezialschiff mit dem mächtigen Kranausleger vorangekommen, um die Schlammmassen, die teilweise bis zu zwei Meter dick waren, aus dem Grund zu hieven.

Mit Beendigung des zweiten Bauabschnittes vor wenigen Tagen wurden knapp 50 000 Kubikmeter Faulschlamm gefördert. Dieser hatte sich in den zurückliegenden Jahrzehnten aufgetürmt, weil der Altkanal mit dem Bau des Elbe-Havel-Kanals immer mehr an Bedeutung verloren hatte und nur vereinzelt Unterhaltungsarbeiten und Sohlberäumungen durchgeführt wurden. Unzählige Tonnen von Laub landeten mit der Zeit im Wasser und führten so zu einer Verschlammung. Hinzu kam die Abriegelung zum Elbe-Havel-Kanal mit dem Bau der Dammschüttung, die fortan notwendigen Wasseraustausch unterband. Die Folgen haben viele Spaziergänger oder Angler mitbekommen: Dieser Faulschlamm führte letztlich zu einem Sauerstoffentzug und setzte diverse Schadstoffe frei. Nicht selten wurde über faulig-riechende Gerüche geklagt.

"Die Wasserqualität hat sich bereits verbessert", sagte Jens Roszczka von der Stadtverwaltung. "Wir sind froh, dass das Vorhaben in guter Qualität beendet werden konnte." Denn neben der Entschlammung des Gewässers wurden auch die teilweise stark beschädigten Uferböschungen saniert. Die waren in Mitleidenschaft gezogen, weil mit dem Kiesabbau im Niegripper See der Altkanal übermäßig als Transportweg durch große Lastenschiffe genutzt wurde, was dazu führte, dass das ohnehin schwach abgesicherte Trapezprofil immer mehr zusammenrutschte. An vielen Stellen kam es zu Böschungsabrutschungen, Abrissen oder Unterspülungen. Dadurch stürzten auch Bäume in den Kanal.

Der erste Abschnitt wurde Ende 2013 abgeschlossen. Auf einer Länge von 750 Metern konnten 12 000 Kubikmeter Schlamm gehoben werden.

Die Gesamtstrecke ist 3,5 Kilometer lang. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 3,16 Millionen Euro. Der Unterhaltungsverband Ehle/Ihle konnte das Projekt über die Wasserrahmenrichtlinie der EU hundertprozentig gefördert bekommen.