Neben der Verleihung von Ehrenbürgerrechten oder Ehrenbezeichnungen können um die Stadt Gommern verdiente Bürger künftig auch mit einer Ehrenmedaille geehrt werden. Das beschloss der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung.

Gommern l Die Ehrenmedaille sei nicht notwendig, sagte Walter Schmidt, Fraktionschef SPD/Grüne, auf der jüngsten Stadtratssitzung. "Es gibt in Gommern schon genügend Ehrungen für verdiente Bürger", begründete er die Ablehnung seiner Fraktion.

Welche Ehrungen möglich sind, geht aus der (neuen) Hauptsatzung hervor. Demnach kann Personen, die sich um die Stadt Gommern besonders verdient gemacht haben, das Ehrenbürgerrecht verliehen werden. Wer längere Zeit ehrenamtlich tätig war und in Ehren ausgeschieden ist, kann eine Ehrenbezeichung oder, und das ist neu, eine Ehrenmedaille erhalten. Darüber hinaus sind Eintragungen in das Ehrenbuch oder das Goldene Buch der Stadt möglich.

Über die jeweiligen Voraussetzungen gibt eine Richtlinie detailliert Auskunft. Deren Änderung beschäftigte die Mitglieder des Gommeraner Stadtrates auf ihrer jüngsten Sitzung im Dezember.

Walter Schmidt kritisierte ebenso die Festlegung, dass der Stadtrat nicht mehr mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der stimmberechtigten Mitglieder in nichtöffentlicher Sitzung abstimmt, sondern dass nur noch eine Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder benötigt wird. Da könnten unter Umständen acht oder neun Stimmen ausreichen.

"Dann ist eine Ehrung nicht mehr gerechtfertigt", argumentierte er. Diese Kritik hatte er zwei Wochen zuvor schon als Mitglied des Wahlitzer Ortschaftsrates geäußert: "Dann hat eine Ehrung nicht den Wert, den sie haben sollte".

Bürgermeister Jens Hünerbein (parteilos) argumentierte anders. Bei vier Sitzungen des Stadtrates pro Jahr sollte jedes Mitglied es einrichten können, daran teilzunehmen und damit über etwaige Verleihungen von Ehrenbürgerrechten oder Ehrenbezeichnungen mitzuentscheiden. Er verlieh seinem Unverständnis Ausdruck, dass die SPD/Grüne-Fraktion nicht auf einer Ausschusssitzung die Diskussion gesucht hatte, sondern erst im Stadtrat versuche, "das Rad wieder zurückzudrehen". Die Ehrenmedaille sei schließlich schon seit gut zwei Jahren in der Diskussion.

Letztlich konnte sich Walter Schmidt mit seinen Anträgen im Stadtrat nicht durchsetzen. Die Änderung der Richtlinie für die Verleihung von Ehrenbürgerrechten und Ehrenbezeichnungen passierte den Stadtrat bei 23 Ja- und vier Nein-Stimmen mit großer Mehrheit.