Wer den "Du bist Spitze!"-Titel holt und Lokalmatador 2014 wird, bestimmen allein Sie, liebe Leser. Acht Kandidaten stehen zur Wahl. Heute stellen wir Mariola von Ditfurth-Siefken vor. Die Polin lebt seit 1999 in Burg und bemüht sich mit Projekten um die Integration von Zuwanderern.

Burg l Die zierliche Blondine möchte eigentlich nicht im Mittelpunkt dieses Artikels stehen. Vielmehr geht es ihr, um ihre Arbeit. Damit meint sie nicht ihre hauptberufliche Tätigkeit bei einer Burger Firma, sondern ihre zahlreichen Projekte.

Die Polin kam vor 20 Jahren nach Deutschland. Seit 1999 lebt und arbeitet sie in Burg. Sie unterstützt Migranten. Das fasst ihre Projekte ganz gut zusammen. Sprachcafé, Polnischkurs für Polen, Diskussionsforum mit Burgern zur Frage Quo vadis Europa?, das Kunstprojekt "Szenen der Toleranz" oder Gruppenarbeit für die Interkulturelle Woche. Die Liste der Projekte, die Mariola von Ditfurth-Siefken begleitete oder ins Leben gerufen hat, ist lang. Und Mutter von zwei Kindern ist sie auch noch.

"Ich möchte, dass wir alle toleranter werden. Das ist ein Wert, der noch nicht allen klar ist und über den wir sprechen müssen", sagt sie zum Antrieb für ihre Projekte.

Der Gesellschaft etwas zurückgeben

Wenn sie von ihren Vorhaben spricht, klingt sie energisch und überzeugt. "Ich engagiere mich nicht, trotzdem ich hier eine Familie habe, sondern weil ich hier lebe und Kinder großziehe. Wir nehmen an der Gesellschaft teil", sagt die zweifache Mutter und will ihrer Wahlheimat mit ihrem Engagement etwas zurückgeben.

Mit den Projekten spricht sie Migranten und Einheimische gleichermaßen an. "Mir ist bewusst, wie schwer es ist, in einem fremden Land anzukommen", erzählt sie und erinnert sich: "In Burg bin ich freundlich empfangen worden. In den Geschäften hatten die Verkäufer zum Beispiel immer Geduld und haben mir geholfen, wenn mir ein Wort nicht eingefallen ist." Ihr Deutsch ist heute ohne Fehler, der polnische Akzent noch hörbar.

Vor drei Jahren gründete sie mit Edeltraud Schimansky im Soziokulturellen Zentrum (SKZ) das Sprachcafé. Dort lernen Migranten wöchentlich unter der Anleitung von Ehrenamtlichen Deutsch für ihren Alltag. Die Lorbeeren für den Kurs will Mariola von Ditfurth-Siefken nicht: "Etwas zu initiieren, das ist keine große Leistung", sagt sie bescheiden. Den Migranten die deutsche Sprache zu vermitteln, versteht sie dabei als "ganz kleine Hilfe, die großes bewirken kann".

Sprache zu vermitteln, ist dabei nur ein Teil des Kurses. "Auch Rassismus und die Rechte von Frauen sind in den Kursen Thema", erklärt Mariola Ditfurth-Siefken und erinnert an den Wert Toleranz, der ihr so wichtig ist.

Im Herbst organisierte sie eine Tanzdarbietung mit den Migranten während der Interkulturellen Woche in Burg. "Der Fremde ist gar nicht so fremd. Das sollen die Leute merken", sagt Mariola von Ditfurth-Siefken.

Mitgefühl und Verständnis für Migranten