Üble Nachrede, Beleidigung, Streit zwischen Nachbarn - diese Fälle landeten 2014 auf dem Tisch der Burger Schiedsstelle und wurden verhandelt. Mit Einfühlungsvermögen konnten die meisten Probleme aber einvernehmlich gelöst werden.

Burg l Es sind die Unstimmigkeiten, die oftmals wie aus dem Nichts auftreten und doch so lebensnah sind. Nachbar A will seine Garage, die an der Grundstücksgrenze steht, äußerlich auf Vordermann bringen und muss dazu das Grundstück von Nachbar B betreten. Der hat da aber ein sorgsam gepflegtes Beet angelegt und beide Parteien liegen ohnehin wegen anderer Zwistigkeiten über Kreuz. Die Folge: Diesmal will Nachbar B seinem Nachbar A den Zutritt zum Garten nicht gewähren. Gespräche führen zu keinem anderen Ergebnis. Nachbar A schaltet schließlich die Schiedsstelle ein. So ist es in Sachsen-Anhalt vorgeschrieben. Denn vor einer möglichen gerichtlichen Entscheidung muss seit Juli 2011 eine Schlichtung angestrebt werden.

Auch dieser Fall, der sich in der Realität so ähnlich abgespielt hat, musste 2014 in der Burger Schiedsstelle "ausgefochten" werden. Das war allerdings ein Verfahren, wo Karl-Heinz Summa als Leiter der Schiedsstelle eine Erfolglosigkeitsbescheinigung ausstellen musste. "Das passiert zum Glück selten, aber manchmal sind die Fronten zu verhärtet", sagt der Fachmann. Jetzt wird dieser Streit wohl zivilgerichtlich geklärt.

Derlei Rechtsstreite lassen sich nicht nur vermeiden, indem jeder Nachbar mit gesundem Menschenverstand auf ein gutes Miteinander setzt, sondern sich im Vorfeld von Zwistigkeiten kundig macht. Eine Hilfestellung dafür bietet übrigens das Nachbarschaftsrecht in Sachsen-Anhalt, das in der Broschüre "Einigung am Gartenzaun" zusammengefasst ist und laut Summa "eine verständliche und optimale Handreichung" ist. Der Fall der Nachbarn A und B ist beispielsweise im so genannten Hammerschlags- und Leitungsrecht beschrieben.

Insgesamt wurde die Schiedsstelle in Burg im vergangenen Jahr zwölfmal angerufen. "Die Hälfte der Fälle konnten wir im Vorfeld einer Schlichtung klären, oft auch am Telefon", erläutert Summa.

Erstkontakt zur Schiedsstelle: Tel. 03921/92 12 73 (jeden 1. und 3. Montag im Monat von 17 bis 18 Uhr)