In der Gemeinde Möser lebt die Diskussion um eine Baumschutzsatzung erneut auf. Mit diesem "heißen Eisen" befasste sich auch der Bau-/Umwelt- und Verkehrsausschuss.

Möser l Auf der Sitzung des Bauausschusses gerieten beim Thema Baumschutzssatzung die Emotionen ebenso unverzüglich in Wallung, wie es auch schon 2011 immer der Fall war, als darum gerungen wurde, ob sich die Gemeinde Möser eine für alle sechs Ortschaften geltende Baumschutzssatzung geben sollte. Auch in den Ortschaften schlugen damals die Wellen hoch. Während die Verfechter einer solchen Satzung ungestraften Kahlschlag befürchten, drängen die Gegner auf ihr Recht, über das Schicksal der Bäume in ihren Gärten, die sie einst selbst bezahlt und gepflanzt hatten, ohne amtliche Bevormundung entscheiden zu können. An diesen grundsätzlichen Argumenten hat sich auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses nichts geändert. Konstatiert wurde jedoch, dass vor allem im waldreichen Möser auf Grundstücken Kahlschlag betrieben wurde. Ungeklärt blieb, ob es nicht mit einer Satzung auch zu genehmigten Fällungen gekommen wäre, um Baufreiheit fürs eigene neue Haus zu schaffen.

Bauamtsmitarbeiter Uwe Gent berichtete, dass die Verwaltung nach Auftragserteilung durch den Ausschuss eine neuen Entwurf für eine Baumschutzsatzung erarbeitet habe. Diese Aussage quittierte Gerhard Ritz mit dem Zwischenruf: "Schade um die Zeit. Das ist eine Satzung, um den Gärtner zu gängeln."

Ausschussmitglied Günter Lauenroth merkte an, dass der Gemeinderat nach umfangreichen Diskussionen 2011 eine Satzung abgelehnt habe. "Ich sehe keinen Grund, darüber erneut zu sprechen." "Ich auch nicht", setzt Eckhard Brandt, der Körbelitzer Ortsbürgermeister, hinzu.

Für eine Baumschutzssatzung trat der Ausschussvorsitzende Peter Bergmann ein. Herbert Bruchmüller aus Möser meinte, er sei für eine Satzung, aber mit weniger rigiden Festlegungen wie sie es schon mal für Möser gegeben hat. Vielleicht könnte man die Auflagen zu Nachpflanzungen reduzieren oder sogar eine territoriale Eingrenzung festlegen.

Michel Vorsprach aus Lostau regte an, unter Federführung des Bauausschusses eine Unterarbeitsgruppe aus Fachleuten und interessierten Bürgern zu bilden, die sich dieses Themas annehmen.

Eckhard Brandt setzte diesem Vorschlag entgegen, zunächst in Erfahrung zu bringen, welche Position der Gemeinderat dazu hat. So könne man sich viel vorbereitende Arbeit und Zeit sparen. Das unterstützte auch Günter Lauenroth.

Dennoch ist mehrheitlich die Bildung einer Arbeitsgruppe im Bauausschuss beschlossen worden.

Uwe Gent vom Bauamt machte darauf aufmerksam, dass es sich bei einer Baumschutzssatzung um ein langwieriges Verfahren handelt, an dem auch die Untere Naturschutzbehörde beteiligt werden muss. Dashalb steht in dem neunseitigen Satzungsentwurf auch eine mögliche Inkraftsetzung der Baumschutzsatzung zum 1. Januar 2016.