Einen seltenen Blick hinter die Kulissen konnten Besucher beim Tag der offenen Tür in der neuen Leitstelle werfen. Für 3,5 Millionen Euro wurde die Technik auf den neuesten Stand gebracht. Am Dienstag wird umgezogen.

Burg l Die Lampe am einem der neuen Arbeitsplätze blinkt rot. Ein Notruf erreicht die Leitstelle. Die Mitarbeiter müssen differenzieren, welche Einsatzkräfte alarmiert werden. Handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall wird der Notarzt alarmiert. Parallel stellen die Mitarbeiter dem Anrufenden weitere Fragen zum Aufenthaltsort und zum Geschehen. Ab Dienstag passiert das in den neuen Räumen der Leitstelle in der Bahnhofstraße. Für 3,5 Millionen Euro wurde die Technik auf den neuesten Stand gebracht.

"Es ist nicht mein erster Umzug, aber mit dem jetzigen machen wir wirklich einen Quantensprung", sagt Leitstellenleiter Meik Schulz. Gegenüber den alten Räumlichkeiten in der Alten Kaserne gebe es zahlreiche Vorteile. Zum Beispiel kann jetzt die Kommunikation mit dem Katastrophenstab, der seine Räume gegenüber hat, auf direktem Wege erfolgen. Vorher war der in der Feuerwehrtechnischen Zentrale im Burger Gewerbegebiet untergebracht. "Unsere Aufgabe ist es, so schnell wir möglich zu helfen und das ist bei einer dezentralen Unterbringung sehr schwer möglich. Jetzt haben wir optimale Voraussetzungen", sagt Schulz.

Die neue Leitstelle hat drei Arbeitsplätze mit jeweils vier Monitoren und einer zusätzlichen großen Leinwand dahinter. Von den drei Arbeitsplätzen sind zwei ständig besetzt. Die zwölf Mitarbeiter wechseln sich im Drei-Schicht-System ab, damit die Leitstelle rund um die Uhr erreichbar bleibt. Dazu kommt noch der Leitstellenleiter. Bei Bedarf kann die Leitstelle durch den dritten Arbeitsplatz personell hochgefahren werden. Über sechs Notrufleitungen können Gespräche angenommen werden. "Es wird jeder Anrufer durchkommen. Im allerschlimmsten Fall landet er kurz in einer Warteschleife", erklärt Schulz. Ein technischer Ausfall in der Leitstelle ist nahezu unmöglich. Die wichtigsten Apparate und Leitungen gibt es doppelt und funktionieren bei Problemen einfach weiter. Für den Katastrophenfall sind in der gleichen Ebene des neuen Verwaltungsgebäudes in der Burger Bahnhofstraße Stabsräume technisch und räumlich an die Einsatzleitstelle angebunden.

"Wir sind hier auf dem neuesten Stand der Technik und haben optimale Voraussetzungen."

Leitstellenleiter Meik Schulz

In der sogenannten Migrationsphase werden sowohl die analoge als auch die neue, digitale Funktechnologie vorgehalten. Mit der entsprechenden Ausrüstung und Ausbildung aller Funkteilnehmer, von Rettungskräften bis zur Feuerwehr, soll das analoge Funksystem in Etappen eliminiert werden. "Eine Frist bis wann das erledigt sein muss, gibt es allerdings nicht", macht Schulz deutlich. Ein Vorteil des digitalen Funks ist, dass alle Behörden und Organisation mit Sicherheitsaufgaben in einem Netz kommunizieren können, und damit die Verständigung einfacher funktioniert. Zudem biete es laut Kreisverwaltung eine hohe und verlässliche Verfügbarkeit und der Funkverkehr sei abhörsicher. "Auch die Sprechqualität ist höher. Es gibt kein rauschen und knacken mehr. Wenn man es mal ausprobiert hat, merkt man, dass Welten zwischen dem analogen und dem digitalen Funksystem liegen", erklärt der Leitstellenleiter.

Während des Umzugs am Dienstag wird die alte Leitstelle so lange vorgehalten, bis die neue Technik bis ins kleinste Detail steht. "Wir werden auch am Dienstag erreichbar sein", betont Schulz. Nervös ist der Leitstellenleiter vor dem großen Tag allerdings nicht. "Ich bin bereits mehrmals umgezogen. Die nächsten Tage werden mit Sicherheit etwas stressig, aber ich gehe davon aus, dass wir es auch dieses Mal wieder hinbekommen werden", so der Leiter der Rettungsleitstelle.