Möser l In den späten Abendstunden des Freitags vor knapp zwei Wochen wurde die Möseraner Jahreshauptversammlung durch eine Schlägerei unter Kameraden im Gerätehaus überschattet. Polizei und Rettungskräfte waren vor Ort. Laut Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch wurden drei verletzte Personen festgestellt, die vor allem Gesichts- und Kopfverletzungen aufwiesen. Die Polizisten sicherten Spuren. "An dem Abend mussten wir eine Anzeige von Amtswegen aufgeben, weil keiner vor Ort mit uns sprechen wollte", erklärt Kriebitzsch. Einen Tag später habe dann ein Verletzter eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet. "In den nächsten Tagen werden Beschuldigte und Zeugen vorgeladen", kündigt der Polizeisprecher an.

Laut Ortswehrleiter Bernd Girke seien der körperlichen Auseinandersetzung verbale Streitigkeiten zwischen drei oder vier Feuerwehrmitgliedern vorausgegangen. Er spricht von zwei Verletzten, die ins Krankenhaus gebracht wurden, und dieses einige Stunden später wieder verlassen konnten. "Es waren Ereignisse, die völlig inakzeptabel sind und nach dem Ende der polizeilichen Ermittlungen disziplinarische Folgen nach sich ziehen werden", so der Ortswehrleiter.

Das hält Kreisbrandmeister Walter Metscher auch für unbedingt notwendig. Er selbst weilte während der Vorkommnisse im Urlaub. "Generell ist dieses Verhalten sehr verwerflich und hat mit Kameradschaft nichts zu tun", erklärt der Kreisbrandmeister. Er distanziere sich von den beteiligten Personen. "Wenn im Ergebnis der Ermittlungen ein Vorsatz zu erkennen ist, dann muss man sich von diesen Kameraden trennen", sagt er ganz deutlich. Gemeindewehrleiter Dirk Jeitner wollte sich zu den Vorkommnissen nicht äußern. "Dazu wird es von mir keine Stellungnahme geben."

Wie die disziplinarischen Folgen letztendlich aussehen werden, wird sich nach den polizeilichen Ermittlungen erst ergeben. "Die Sache ist so undurchsichtig. Es ist unklar, wer die Verantwortung trägt. Wir warten jetzt auf die Polizei, die doch andere Mittel zur Ermittlung zur Verfügung hat. Das ist so auch mit dem Bürgermeister abgesprochen", sagt der Ortswehrleiter. Bis März soll an zwei Terminen in Form von außerordentlichen Sitzungen der Vorfall feuerwehrintern weiter aufgearbeitet werden.

Die Kameraden der Ortswehr Möser hätten nun die Aufgabe, den guten Ruf, den man bis dahin hatte, durch eine verantwortungsvolle und Vertrauen schaffende Arbeit wieder herzustellen. "Dieser Zielstellung fühlen sich alle Mitglieder verpflichtet, und das soll auch als Versprechen gegenüber den Bürgern der Gemeinde abgegeben werden", sagt Girke.

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