Der Deichbau in Lostau nimmt schärfere Konturen an. Vor einigen Tagen fand eine Informationsveranstaltung für die Lostauer Bürger über das Bauvorhaben statt.

Lostau l Es war zu erwarten, dass die Stühle im Landgasthof nicht ausreichen würden, um allen Interessenten einen Sitzplatz zu bieten. Doch schnell sind aus einem Abstellraum weitere Sitzmöbel an die großen runden Tische gestellt, wo voller Erwartung auf die seit Jahren erhofften guten Nachrichten gewartet wurde. Zweifelnden Fragen setzt Roland Günther vom zuständigen Flussbereich Schönebeck des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) eine klare und eindeutige Antwort entgegen: "Wir sind ein Landesbetrieb, und wenn das Land sagt, der Lostauer Deich wird gebaut, dann wird er auch gebaut." Dafür gibt es erlösenden Applaus. Jegliche Zweifel sind nun ausgeschlossen.

Vorangeschritten sind auch die Planungen, wie der Ingenieur Dr. Holger Pabsch, der das Projekt plant und bautechnisch begleitet, den interessierten Bürgern deutlich macht. Inzwischen ist in Kooperation mit dem LHW über die Trassenführung des künftigen Deiches entschieden worden. Auf der Karte ist erkennbar, dass er im Süden mit einem Querdeich südlich der Straße "Hinter den Gärten" beginnt, den Reitplatz quert, dann Richtung Norden schwenkt, zwischen Alter Elbe und Alt Lostau weiterführt, Alt Lostau einfasst und Richtung Alter Eisenbahndamm weitergeführt wird, um an der Landesstraße 52/Ecke "Am Weinberg" zu enden.

Dieser Entscheidung zur Trassenführung liege eine gründliche Abwägung der ökonomischen, naturschutzrechtlichen und der ökologischen Aspekte sowie der Forderung nach Schaffung größt möglicher Überschwemmungsflächen zugrunde, sagte Dr. Pabsch.

Der Ingenieur machte auf ein paar Besonderheiten aufmerksam. Von der sonst üblichen Bauweise des Deiches wird auf Höhe von Alt Lostau abgewichen. Dort wird aus Platzgründen der Deich schmaler und niedriger sein. Im Fall aller Fälle ist es aber möglich, auf der Deichkrone eine mobile Hochwasserschutzwand zu errichten.

Bei dieser Variante ist leider auch ein Rückbau des Reitplatzes notwendig. Auf Nachfrage von Reitvereinsvorsitzender Anika Fehse war zu erfahren, dass auf jeden Fall Entschädigungen vorgenommen würden.

Ein Nachteil gegenüber anderer Trassenvarianten ist auch, dass das Wohngebäude am Fuße des Weinberges vom Schutz ausgeschlossen sein wird. Hier sei private Vorsorge notwendig, sagte Roland Günther.

Eine Vorschau auf den weiteren Fortgang gab LHW-Mitarbeiter Ulf Reimherr. Da es sich hier um einen Deichneubau handelt, macht sich ein umfangreiches Planfeststellungsverfahren notwendig. Das könne gern ein Jahr und länger dauern, so Reimherr. Im März wird mit einer Kartierung der auf dem Areal vorkommenden Tiere und Pflanzen begonnen. Das dauert bis zum Herbst. In Aussicht gestellt wird ein Baubeginn 2016 oder 2017.

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