Beide Burger Sekundarschulen, "Clausewitz" und "Diesterweg", beteiligen sich am Landesprogramm "Camp Move".

Burg l Es gibt neben der Clausewitzschule eine weitere Burger Schule, die sich am Landesprogramm "Camp Move" beteiligt (Volksstimme berichtete). Es handelt sich um die Diesterweg-Sekundarschule. "Auch wir wollen mit Hilfe des Angebotes der Landesregierung versuchen, versetzungsgefährdete Mädchen und Jungen, die eventuell von der Gesamtleistung her nicht den Schulabschluss schaffen könnten, zu mobilisieren, ein positives Zeugnis zu erhalten", erklärt Thomas Meyer, mit seiner Kollegin Karin Polefka von Seiten der Schule verantwortlich für das Zustandekommen von "Camp Move".

Finanziell wird die Sonderaktion den Haushalt der "Diesterweg" nicht belasten. "Wir erhalten bis zu 4000 Euro vom Land. Mit dieser Summe lässt sich die eine Woche im März bestens organisieren", meint Karin Polefka.

26 Schüler der 7. bis 9. Klasse wurden in den vergangenen Tagen ausgewählt, von denen Lehrer und Schulleitung wissen, dass sie Probleme beim Schuljahres- oder Schulabschluss haben könnten. "Sie sind versetzungs- und abschlussgefährdet", bringt es Meyer auf den Punkt. Er will unbedingt betont haben, dass das Mitmachen an dem einwöchigen Kurs vollkommen freiwillig sei. Thomas Meyer: "Es werden keine Noten erteilt, kein Leistungsdruck wird erzeugt, sich ausschließlich am Ergebnis der Arbeit des Einzelnen orientiert und es soll kleine Arbeitsgruppen geben. Wir lassen den Schülern und ihren Eltern ausreichend Zeit, sich zu überlegen, ob teilgenommen werden sollte." Was ihm wichtig erscheint, ist die Offerte an die Ausgesuchten, dass nach dem 20. März, wenn die Kurswoche beendet ist, die spezielle Betreuung durch die Lehrer bis zum Schuljahresschluss beibehalten wird.

Thomas Meyer und Karin Polefka sind sich sicher, dass die zu erwartende Zustimmung groß sein wird. Schon im Vorfeld hätte das Duo gemerkt, dass sich die ausgesuchten Schüler für die Teilnahme an der außergewöhnlichen Projektwoche begeistern.

Fünf Projekte soll es geben. Das erste nennt sich "Dachprofis" und beinhaltet das Gestalten mit Holz. Die Schüler lernen die Arbeiten des Zimmermanns kennen. Das zweite Projekt trägt den Namen "Gerade Linien und Kreativität" und wird sich mit der Garten- und Landschaftsgestaltung befassen. Für das dritte Projekt geht es in das Bürgerholz. Was muss ein Waldarbeiter an Können und Wissen beherrschen?, soll beantwortet werden. Nummer vier soll "Unabhängigkeit durch Beweglichkeit" vermitteln, was nichts anderes heißt, sich auf einen künftigen Besuch einer Fahrschule vorzubereiten. Und das fünfte Projekt "Autoschrauber" bringt die Teilnehmer in eine Autowerkstatt, in der neben dem "Zerlegen" eines Autos zum Lernen motiviert werden soll.

"Die fünf Projekte würden Luftnummern bleiben, wenn wir dankenswerter Weise keine Partner, also Firmen, gefunden hätten, die die Mädchen und Jungen fachlich betreuen", betont Thomas Meyer. Zu den Betrieben zählen das Autohaus Liebich in Parey, die Firma Schnoor, Ferchland Garten- und Landschaftsbau, Jürgen`s Fahrschule und die Forstwirtschaftsabteilung der Burger Stadtverwaltung.

Gemeinsam, also quer durch alle Projektgruppen, soll auf dem Schulhof ein grünes Klassenzimmer entstehen. Mit Unterstützung von Fachleuten soll unter anderem am Bau einer Überdachung für das Grüne Klassenzimmer getüftelt werden. Rund um den Holzbau wird zudem eine ansprechende Grünanlage entstehen. "Es ist praktisch der sichtbare Höhepunkt unserer Camp- Move-Woche. Das Grüne Klassenzimmer soll zum Schluss zur Nutzung für alle Klassen übergeben werden", freuen sich Thomas Meyer und Karin Polefka schon heute.