Die Gemeinde soll sich selbst mit Energie versorgen. Drei Möseraner wollen das Konzept für das Leitbild 2025 auf den Weg bringen. Ein Experte für erneuerbare Energie des Landes glaubt an die Idee.

Schermen l Wer Energie braucht, kann sie von Fremden kaufen oder selbst erzeugen. "Unsere Gemeinde und die Bewohner brauchen Strom. Warum erzeugen wir sie nicht selbst?", fragen sich Uwe Boennem, Manfred Wucherpfennig und Lutz Baumgarten.

Die drei Schermener wollen die Gemeinde zum "Energiedorf" machen. Uwe Boennem erklärt den Ursprung der Idee: "Jetzt verkaufen wir die Flächen zur Energiegewinnung an Fremde, die die Energie erzeugen und in die Ferne verkaufen". Nachhaltig ist das seiner Meinung nach nicht. Steuern sparen könnte die Gemeinde mit dem Konzept darüber hinaus, wenn die Rechnung für den Strom aus dem eigenen Haus kommt. "Wir wollen das Konzept auf vier Säulen stellen: Windkraft, Solarenergie, Biogas und die Verbrennung von Holzabfällen", erklärt Manfred Wucherpfennig.

Altmark-Dorf produziert schon selbst Energie

"Die Idee ist keine Utopie", sagt Ulrich Peikert. Er ist Mitarbeiter bei der Landesenergieagentur in Magdeburg. In der Altmark gibt es bereits ein Dorf, in dem mit einer eigenen Biogasanlage, mit Fotovoltaikanlagen und mit Windkraftanlagen Energie erzeugt wird, die die 270 Einwohner versorgt. "In Tangeln war es eine Agrargenossenschaft, die ein zweites Standbein brauchte, um überleben zu können", erzählt Ulrich Peikert. Die Landwirte produzierten genug Maissilage für eine Biogasanlage. Sie schlossen das Dorf an die Rotoren und die Abgaswärme der Biogasanlage an. So konnten sie 70 Prozent des Dorfes mit der selbst erzeugten Energie versorgen. Hinzu kamen nach Absprache mit dem Landrat noch eigene Windkrafträder.

Das Problem der überschüssigen Energie konnte man in Tangeln auch lösen, so Peikert: Der Überschuss wurde in die Biogasanlage eingespeist, um den Methanerhalt um ein Vielfaches zu steigern.

Im Gegensatz zu Tangeln hat die gesamte Gemeinde Möser jedoch mehr als 8000 Einwohner. "Auch für Orte mit solchen Einwohnerzahlen gibt es internationale Beispiele, in denen eine autarke Versorgung mit Energie funktioniert", erklärt Peikert.

Gemeinde an Idee interessiert

In Möser ist das Konzept noch Zukunftsmusik. "Doch nur wenn sich jemand intensiv kümmert, kann sowas klappen", unterstützt Peikert die Bemühungen von Uwe Boennem, Manfred Wucherpfennig und Lutz Baumgarten.

Bürgermeister Bernd Köppen ist von der Idee grundsätzlich angetan. "Wir wollen eine moderne Gemeinde sein", sagt Köppen. Das Beispiel aus Tangeln kennt er. Zuerst müsse die Finanzierung geklärt werden. Noch ein weiter Weg, den die Gemeinde gern mitgehen möchte. "Das passt zum Leitbild", erklärt Bernd Köppen zuversichtlich.

Über die Idee Energiegemeinde spricht Ulrich Peikert am 24. März um 19 Uhr im Bürgerhaus Schemen.