Burg/Theeßen l Wer kennt diese Person? Diese Frage steht auf kleinen Plakaten, mit deren Hilfe die Polizei einen Verbrecher sucht. Der Mann soll mehrere Supermärkte überfallen haben. Unter anderem den Rewe-Markt in Burg. Dort hatte er am 12. August kurz vor Geschäftsschluss im Markt am Conrad-Tack-Ring eine Tafel Schokolade gekauft. Dann hatte er die Kassiererin mit einer Pistole bedroht und mit osteuropäischem Akzent die Herausgabe von Bargeld gefordert. Er schoss mit seiner Waffe auf die Frau und verletzte sie am Bein. Der Räuber entkam mit mehr als 1000 Euro Beute.

Laut Staatsanwaltschaft in Hannover hat der Mann noch mehr Überfälle auf dem Kerbholz: Hannover-Stöcken, Hamm, Bottrop (beide Nordrhein-Westfalen) und Hannover-Ricklingen. Alle Verbrechen sind mit derselben Waffe wie in Burg verübt worden.

Beim Überfall in Stöcken verlor ein Supermarktkunde sein Leben. Am 4. Dezember bedrohte der Mann kurz vor Ladenschluss die Kassiererin mit einer Pistole, forderte Geld. Der 21-jährige Kunde schritt ein und erlitt in einem Handgemenge die tödliche Schussverletzung. Ein weiterer Kunde erlitt eine schwere, aber nicht lebensgefährliche Schussverletzung.

Jüngster Fall des Täters ist vermutlich der Raubüberfall auf einen Aldi-Markt in Möckern vom 31. Januar. Mit Schirmmütze und olivgrüner Jacke kam der Mann in den Markt und erbeutete das Bargeld aus der Kasse.

"Bei allen Taten ist die Vorgehensweise fast identisch", erklärt Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch: Der Mann kommt kurz vor Feierabend in den Markt, kauft einige Kleinigkeiten wie Schokolade und Wurst, legt die Sachen auf das Band und holt Geld zum Bezahlen aus der Tasche. Erst wenn die Kasse für Wechselgeld geöffnet ist, zückt er seine Pistole und fordert Geld mit wenigen Worten wie "Geld, Geld" oder "schneller, schneller".

Noch etwas ist identisch: Der Räuber kommt mit einem Fahrrad zu den Tatorten. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann mit einem Transporter entlang der A2 unterwegs ist, dann in der Nähe des Supermarkts parkt und aufs Fahrrad umsteigt.

Jetzt hofft die Polizei mit Hilfe der Plakate, die jetzt unter anderem in Schopsdorf, Ziesar, Möser und Burg hängen, auf weitere Hinweise. Kriebitzsch warnt jedoch: "Der Mann ist gefährlich, trägt eine Waffe. Wer ihn sieht, sollte ihn nicht attackieren, sondern die Polizei unter 110 anrufen."