Der Sturm "Niklas" brachte am Dienstag eine rund 200 Jahre alte Linde in der Reesdorfer Dorfstraße zum Umstürzen. Sie fiel auf ein Privatgelände und verursachte Sachschaden. Für Thomas Schulz kam es einem Wunder gleich, dass niemand verletzt wurde.

Reesdorf/Küsel/Theeßen l Das Umstürzen des Baumes hätte verhindert werden können, ist sich der Reesdorfer Thomas Schulz sicher. Denn bereits vor mehr als acht Jahren hatte er schon auf die Gefahr der alten Bäume hingewiesen. Ein Baum links neben dem nun umgestürzten Baum hatte einen Schaden in fünfstelliger Höhe angerichtet. "Der damalige Bauamtsleiter Frank von Holly hatte sich die Bäume angesehen und festgelegt, dass sie weg kommen, da sie zu alt sind. Neue sollten gepflanzt werden", so Thomas Schulz. Seine Garage war damals schon durch die Baumwurzeln beschädigt worden. Aber, so Thomas Schulz, der damalige Gemeinderat wollte die Bäume erhalten und so ist nichts geschehen. Die umgestürzte Linde steht auf Gemeindeboden.

Vor etwa fünf Jahren wurde dann im Rahmen der Gefahrenabwehr durch die Bundesforst das Totholz aus den Bäumen entfernt. Ortsbürgermeister Robert Waldmann hatte im vergangenen Jahr eine Baumschau für Reesdorf beantragt. Auch der Forstwirt hatte feststellen müssen, dass die Bäume morsch sind und eine Gefahr darstellen. Die Baumschau hat bis heute nicht stattgefunden. "Die Stürme werden immer schwerer. Muss es denn erst Opfer zu beklagen geben, bevor hier etwas passiert? Es muss, auch wenn das Geld knapp ist, etwas für die kleinen Orte da sein", fragt Thomas Schulz.

Am Dienstag waren die Ortsfeuerwehren aus Reesdorf und Magdeburgerforth alarmiert worden. Sie konnten aber nichts mehr retten. Thomas Schulz: "Unsere Ortswehr konnte nicht ausrücken, weil die Technik nicht funktionierte."

Bei dem Sturm musste in Küsel die Freiwillige Feuerwehr Möckern mit der Drehleiter anrücken, um zu verhindern, dass ein großer Baum vor dem Bürgerhaus mit dem Umstürzen Schaden anrichten konnte. Kameraden der Küseler und Theeßener Ortswehr mussten dann auch noch fünf Bäume in Richtung Hohes Feld beseitigen. "Ich möchte mich bei allen im Einsatz befundenen Kameraden bedanken", so Ortsbürgermeister Dr. Gunter Hildebrand.

Die Kameraden der Theeßener Ortswehr waren in Räckendorf, in der Ortslage Theeßen sowie auf dem Waldbadweg im Einsatz. Bei letzterem wurden sie von der Ortswehr Küsel und der Ortswehr Krüssau unterstützt.

Die Ortsfeuerwehr Küsel war mit sechs Kameraden von 15.35 bis zirka 1 Uhr, die Ortsfeuerwehr Theeßen mit sieben Kameraden von 16.45 bis gegen 22 Uhr im Einsatz. Drei Kettensägen mussten eingesetzt werden.

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