Loburg l Robert Dahl ist ein Ästhet. Der Nachfahre der Adelsfamilie von Barby möchte, dass die Dinge schön sind. Das soll auch für die Baustelle am heruntergekommenen Loburger Familiensitz so sein. Eine Schaubaustelle soll es werden, wenn in den kommenden zwei bis drei Jahren das Gutshaus saniert wird. Dahl schwebt ein schöner Bauzaun vor, mit Gucklöcher in verschiedenen Höhen - für große und kleine Neugierige. Die Betreiberin des Barby-Cafés, Ruth Everinghoff, freut sich auf den Baustart. Sorgen, dass der Baustellenbetrieb sich auf das Café-Geschäft auswirken könnte, hat sie nicht: "Wir haben in Loburg schon genug Häuserleichen. Was nicht anfängt, wird auch nie fertig."

Nutzung zu Wohnzwecken wird angegeben

Robert Dahl, der mit Erdbeer- und Erlebnishöfen in Nord- und Ostdeutschland bekannt geworden ist, hat das lange leerstehende und entsprechend verfallene Haus gekauft, ebenso das dazugehörige Verwaltergebäude. Aus dem ist längst das "Barbycafé" geworden. Die Handschrift des "Erdbeerkönigs" ist auch hier unverkennbar, manch einer bezeichnet das urig eingerichtete Café als das erweiterte Wohnzimmer Loburgs.

Die Loburger betrachten das Geschehen auf dem Gutshof mit Wohlwollen, nutzen das Café und möchten auch das Barbyhaus in neuem Glanze erstrahlen sehen. Ein Stückweit hoffen sie auch auf einen neuen Nachbarn, steht doch auf dem jüngst errichteten Bauschild "Nutzung als Wohngebäude". Doch wie oft der Barby-Nachfahre tatsächlich in Loburg ist, bleibt offen.

Anbau aus jüngerer Zeit wird abgerissen

Zurzeit erfolgt eine erneute Bestandsaufnahme. Der Zustand des Hauses wird erfasst, die Bausubstanz geprüft, Fundamente genau lokalisiert. "Solch ein altes Haus bietet immer wieder Überraschungen", erklärt Cornelia Petzold. Sie ist die Bauleiterin bei diesem Vorhaben und sie war es auch schon für das Verwalterhaus. Bei dem Bauvorhaben sollen auch Unternehmen aus der Region beteiligt sein.

Die Sanierung sieht auch den - bereits genehmigten - Abriss eines Gebäudeteiles vor, der erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts angebaut wurde. Es handelt sich um einen Trakt im rechten, rückwärtigen Bereich. "Mit dem Abriss wird der Originalgrundriss des Hauses wieder hergestellt", erklärt Cornelia Petzold.

Nach den Plänen soll der erweiterte Rohbau bis Oktober 2016 fertig sein. Das bedeutet die Rekonstruktion und die statische Sicherung des Gebäudes. Neue Trockenbauwände oder die Installation sind dann noch nicht erledigt.

In einem dritten Bauabschnitt soll auch der historische Turm an der Münchentor-Straße saniert werden. Nach derzeitigen Bauplänen ist dies für den Zeitraum März bis Dezember 2017 vorgesehen.

 

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