Burg l In der Kreisstadt wird auf besondere Weise an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren erinnert werden - mit einer Tafel an der Ecke Zerbster Straße/Bürgermarkstraße. Sie soll am Montag, 4. Mai, um 17 Uhr im Rahmen einer Feierstunde vor Ort enthüllt werden.

Der Stadtrat stimmte am Mittwochabend dieser Form der Würdigung zu.

Hintergrund: Geschichtsinteressierte, darunter Mitglieder des Heimatvereins, haben nach der Wiedervereinigung begonnen, die Militär- und Garnisonsgeschichte der Stadt aufzuarbeiten. Über den Kulturstammtisch wurde vor Kurzem vorgeschlagen, an die Ereignisse vor 70 Jahren zu erinnern. Nicht zuletzt deshalb, weil sich vom 2. bis 5. Mai mutige Einwohner - darunter Vertreter bürgerlicher Parteien sowie KPD und SPD - unter Lebensgefahr trafen, um die sinnlose Zerstörung der Stadt zu verhindern. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Menschen, die vor 1933 im Burger Stadtrat vertreten waren. Sie ließen den Nazi-Oberbürgermeister absetzen, sorgten für einen kommissarischen Stadtchef, lösten unter anderem den Volkssturm auf und leisteten den entscheidenden Beitrag für die kampflose Übergabe der Stadt an die Rote Armee.

Als Inschrift wird folgende Aufschrift stehen: An diesem Ort begannen am 4. Mai 1945 die Verhandlungen zur kampflosen Übergabe der Stadt Burg an die Rote Armee, welche von aufrechten Bürgern der Stadt unter Lebensgefahr vorbereitet wurde.

Stadtratsvorsitzender Markus Kurze (CDU) erinnerte an das selbstlose Engagement der Männer für Burg und dankte für die Aufarbeitung dieses Teils der Burger Geschichte und auch dem Kulturstammtisch.

Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) kündigte an, dass die Kreismusikschule für die passende Umrahmung der Tafel-Einweihung sorgen wird und die Stadt auch Nachfahren der damaligen Akteure, so weit es möglich war, eingeladen habe. "Wir hoffen, dass möglichst viele Burger daran teilnehmen."

Diese Tafel übergeben die Militär- und Garnisonsgeschichtsforscher der Stadt kostenlos. Pflege und Wartung übernimmt der Bauhof.