124 Schüler aus den Burger Sekundarschulen "Clausewitz" und "Diesterweg", aus der Sekundarschule Möckern sowie aus dem Roland-Gymnasium feierten am Sonnabend ihre Jugendweihe. Der große Tag begann für sie und ihre Familien mit der Festveranstaltung in der Burger Stadthalle.

Burg l Bereits im sechsten Jahr agierte Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) souverän als Festredner bei Jugendweihen in der Burger Stadthalle, doch diesmal war er "mittendrin statt nur dabei", denn seine Tochter Nele Madleen (13) war eine der Jugendlichen, die am Sonnabend ihren großen Tag hatten. Ein schickes Kleid, die passenden Schuhe, die perfekte Frisur ... auch im Hause Rehbaum in Niegripp war es in den letzten Tagen etwas hektischer als sonst, und so konnte der Stadtchef mit seinen Erfahrungen als gestresster Vater eines Jugendweihlings vielen anderen Vätern und Müttern in der Stadthalle aus der Seele sprechen.

Bevor um 12 Uhr die Feierstunde für Nele Madleen und 60 andere Roland-Gymnasiasten bzw. Clausewitz-Schüler begann, waren um 10 Uhr erst einmal 63 Schüler der Burger Sekundarschulen "Diesterweg" und "Clausewitz" sowie der Sekundarschule Möckern an der Reihe. Auch zu ihnen sprach Jörg Rehbaum, ermunterte die jungen Leute, die ihnen gegebenen Chancen zu nutzen: "Eurer Generation stehen heute Möglichkeiten offen, von denen wir früher nicht zu träumen wagten."

Rehbaum gab aber auch zu, dass passende Ausbildungs- und Arbeitsplätze nicht leicht in der Heimatregion zu finden sind und "es Probleme im sozialen Umfeld gibt und diese manchmal sogar Familien sprengen". Dennoch sei der zuversichtlich, zukünftige Handwerksmeister, Wissenschaftler, Künstler oder sogar Bürgermeister vor sich zu sehen.

Der Bürgermeister forderte die jungen Leute auf, ihre Wünsche und Träume umzusetzen, mahnte aber: "Nicht der materielle Besitz oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe sind ausschlaggebend, sondern Eigenschaften wie Leistungsbereitschaft, Humor, Toleranz, Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, mit anderen Freud und Leid zu teilen." Diese Eigenschaften sollten die jungen Leute bei sich entdecken und entwickeln, angesichts einer "zunehmenden Verrohung der Gesellschaft".

Den Eltern der Jugendweihlinge legte Rehbaum ans Herz, nach dem ersten Schock ("Hilfe, mein Kind wird erwachsen") die Mädchen und Jungen auf ihren selbstbestimmten Wegen so gut es geht zu unterstützen, was auch die "Annehmlichkeiten eines wohlbehüteten Elternhauses" beinhalte.

Nach der Festrede wurden alle Jugendweihe-Teilnehmer auf die Bühne gebeten, wo sie ihre Urkunden, Bücher und Blumen erhielten.

Dass die beiden Jugendweihe-Feierstunden nicht nur würdig, sondern auch jugendgemäß-locker abliefen, dafür sorgten im Rahmenprogramm der Veranstaltungen, die von Hanna Gehrmann und Ann-Kristin Flecken moderiert wurden, die Musiker Sarah Behrend, Lucie Bachmann und Randy Darius sowie die Tänzer Tim Hoffmann-Ackmann und Lara Hollax.

Vorbereitung und Durchführung der Jugendweihe in Burg, die dritte und letzte Feierstunde 2015 findet am 9. Mai für 55 weitere Schüler des Roland-Gymnasiums in der Stadthalle statt, lagen erneut in den Händen der Gruppe Jerichower Land der Interessenvereinigung Jugendweihe Sachsen-Anhalt um Kathrin Flecken.

Im Vorfeld gab es für die Teilnehmer eine breite Palette von Angeboten, von Tanz- und Benimmkursen bis hin zu Drogen-Präventionsprojekten.

An die Feierstunden in der Stadthalle schloss sich für die Jugendlichen und ihre Verwandten und Freunde das an, was seit jeher zur Jugendweihe gehört: die Familienfeier. Für Familie Rehbaum und ihre Gäste stand zuerst das Mittagessen in der Gaststätte "Zapfenstreich" auf dem Programm, bevor man sich dann mit etwa 20 Gästen zu Hause in Niegripp gemütlich zusammensetzte.

   

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