Beim 1. Sponsorenlauf der Sekundarschule Möser sind unglaubliche sportliche Leistungen vollbracht worden. Die hatte selbst Sportlehrer Steffen Hartwig, Fortbildner für Schulentwicklung und Sportpädagogik und Schulsportkoordinator Sachsen-Anhalt, Region Nord, nicht erahnt.

Möser l Über den Sportplatz von Möser tönt poppige Musik. Auch Schlager mischen sich darunten. Ob es Zufall oder Absicht ist, dass auch "Atemlos" von Helene Fischer - was überdies von den Teens laut mitgesungen wird - über den Rasen schwingt, bleibt ungeklärt. Für die Schüler, die auf der 400-Meter-Bahn gerade ihre Runden ziehen, ist der Hit allemal eine hervorragende Motivation.

Um die bemüht sich auch Sportlehrer Steffen Hartwig. Mit einem Megaphon ist er auf dem Rasen unterwegs, lässt lässige Sprüche ab, zollt den Läufern Hochachtung, sagt die noch verbleibende Laufzeit an und zählt die letzten Minuten zurück. Die erste Laufgruppe - die Schüler der 5. und der 6. Klassen haben ihren Sponsorenlauf beendet. Steffen Hartwig ist voll des Lobes und der Anerkennung, bedankt sich bei den Läufern, die in der kühlen Frühe dieses Morgens so vorbildlich durchgehalten hatten - für einen guten Zweck. Der beste unter ihnen heißt Mick Wagner. Er besucht die 6 a, schaffte 22 Runden.

Collin Mertens aus der 7 b läuft 8800 Meter

Nachdem alle Schüler gelaufen sind, wird er mit seiner grandiosen Leistung in der Gesamtwertung den zweiten Platz belegen. Collin Mertens aus der 7 b bringt es auf 24 Runden. Immerhin 8800 Meter.

Nun bleibt ein wenig Zeit, einige Erklärungen zu geben. Steffen Hartwig berichtet, dass dieser 1. Sponsorenlauf der Sekundarschule Bestandteil des großen Festes anlässlich des 20. Geburtstages der Schule ist. Zwar sei im Vorjahr ein neues Schulgebäude entstanden, sagt der Sportlehrer, aber es gibt auch noch einige Sachen, die noch nicht perfekt sind. Zum Beispiel sei mit dem Neubau die Außensprech- und Beschallungsanlage für den Pausenhof nicht mehr installiert worden. Für den Bolzplatz wären zwei Tore schön und außerdem wünschten sich die Kinder und Jugendlichen zwei Basketballständer.

Und da die Finanzen knapp sind, sei man in der Schule auf die Idee mit dem Sponsorenlauf gekommen. Jeder Schüler sollte sich einen Sponsoren suchen, der ihn fürs Laufen finanziell belohnt. "Die Kinder und Jugendlichen sind in die Firmen und die Geschäfte gegangen", berichtet Steffen Hartwig, "und haben um Unterstützung gebeten." Mancher wolle jede Runder honorieren, es gab auch Unterstützer, die mit einer Pauschale von zum Beispiel 300 Euro den Ehrgeiz entfachen wollten.

Geld aus der eigenen Sparbüchse

Der Sportlehrer erzählt auch davon, dass ein Schüler, der keinen Finazier finden konnte, für jeden von ihm selbst gelaufene Runde zehn Cent aus der eigenen Sparbüchse für den guten Zweck entnehmen wollte.

Was sich jetzt schon ausrechnen ließ ist, dass die 233 Schüler der Klassen 5 bis 10 insgesamt 1992 Stadionrunden gelaufen sind. Das ergibt eine Strecke von 796,8 Kilometern. Um die Zahl zu verdeutlichen stellt Steffen Hartwig einen Vergleich an: "Das ist ungefähr die Luftlinie von Möser bis Paris."

Mit insgesamt 100,8 Kilometer war die 6 a der Klassensieger im Laufwettbewerb vor der 7 b mit 84,8 Kilometern.

Wenn alles Geld eingegangen ist, wird es eine Abrechnung geben.

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