Kathmandu/Burg l 6500 Kilometer liegen zwischen Burg und der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Am Dienstag in der Frühe ist Johannes Anger nach 13-stündigem Flug von Berlin-Tegel über Istanbul dort gelandet: "Wir haben noch nicht telefoniert, über WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht", sagte Christian Schulz vom Burger THW am Dienstag zur Volksstimme: "Es geht ihm gut, er ist auf dem Weg zu seinem Einsatzort, einer Trinkwasseraufbereitungsanlage im Erdbebengebiet."

Das Technische Hilfswerk hat in Nepal eine halbe Million Liter Wasser an die Bevölkerung ausgegeben. "Unsere Trinkwasserfachleute haben bewiesen, dass sie schnell und weltweit Hilfe leisten können. Mit dem Trinkwasser tragen sie im Katastrophengebiet dazu bei, das Leid der vom Erdbeben Betroffenen zu mildern", erklärt THW-Präsident Albrecht Broemme in einer Mitteilung.

Akuter Trinkwassermangel in Nepal

Das THW ist gegenwärtig mit einem Team von 18 Helfern und mit zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen vor Ort. Seit Mittwoch gehört der Burger Johannes Anger dazu.

Nach dem Erdbeben herrscht insbesondere in Kathmandu ein akuter Mangel an sauberem Wasser. Mit zwei mobilen Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung leistet das THW im Auftrag der Bundesregierung einen Beitrag zur Versorgung der Betroffenen. Innerhalb kürzester Zeit konnten die Anlagen in Betrieb genommen, die Wasserqualität nach Standards der Weltgesundheitsorganisation getestet und das lebensnotwendige Trinkwasser an die Bevölkerung abgegeben werden.

Das Wasser wird sowohl direkt von der Bevölkerung an der Einsatzstelle abgeholt als auch mit Tankwagen an zahlreiche Ausgabestellen in Kathmandu transportiert. Zu den angefahrenen Punkten gehören unter anderem ein Krankenhaus und mehrere Camps, die als Notunterkünfte dienen.

Nachbeben erschüttert Nepal erneut

Die Qualität des Trinkwassers überprüfen die Einsatzkräfte kontinuierlich in einem mobilen Labor des THW. Mit beiden Anlagen bereitet das THW bis zu 10.000 Liter Wasser in der Stunde auf und kann damit bis zu 30.000 Menschen versorgen. Johannes Anger ist Profi - er arbeitet als Projektingenieur bei einem Brandenburger Wasserversorger. In Nepal unterstützt er als Laborant das THW-Team der Schnell-Einsatz-Einheit-Wasser-Ausland, intern auch SEEWA genannt.

"Johannes Anger gehört seit fast zehn Jahren ehrenamtlich zum THW", erzählt sein Burger Mitstreiter Christian Schulz. Anger ist im Ortsverband Gruppenführer der Bergungsgruppe und hat schon viele Einsätze miterlebt. Beim Hochwasser 2013 koordinierte er in Burg die THW-Einsatzkräfte in der Region. Er qualifizierte sich für die Auslandstätigkeit an der THW-Bundesschule und half auch beim SEEWA-Einsatz 2010 in Haiti.

Unterdessen kommt der Himalaya nicht zur Ruhe: Zweieinhalb Wochen nach dem Erdbeben mit Tausenden Toten hat ein gewaltiges Nachbeben am Dienstag Nepal erschüttert und Panik ausgelöst. Weitere Häuser sind bei dem Beben der Stärke 7,2 eingestürzt. Bei dem Nachbeben sind mindestens 23 Menschen gestorben. 17 Tote sind bislang in Nepal geborgen worden. Mehr als 600 Menschen sind verletzt worden. Der Nachrichtensender CNN berichtet von 1000 Verletzten.

Johannes Anger meldete sich Dienstagnachmittag per E-Mail: "Niemand aus unserem Team ist bei diesem Beben zu Schaden gekommen."

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