Doch kein Arbeitskampf über die Pfingstfeiertage: Die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn einigten sich auf eine Schlichtung. Bahnkunden in Burg nahmen diese Nachricht gestern Vormittag mit Erleichterung auf.

Burg l Noch in den frühen Morgenstunden drängten sich zahlreiche Reisende und Pendler in die wenigen Züge, die zwischen der Kreisstadt in Richtung Magdeburg und in der Gegenrichtung Genthin -Berlin verkehrten. Über zwei Drittel der Zugverbindungen wurden nicht bedient und waren auf den Internetfahrplänen der Bahn mit einem roten Kreuz markiert.

Erleichtert nahmen viele Reisende am Vormittag die Nachricht vom Ende des Lokführerstreiks auf. Anneliese Heinemann kam beispielsweise mit ihrem Auto aus Genthin, um ihre Tochter am Burger Bahnhof abzuholen. "Seit vier Uhr ist meine Cindy aus Hannover unterwegs, um das Pfingstfest mit der Familie zu verbringen, aber der Zug endet hier. Deshalb hole ich sie jetzt ab", sagte sie.

Wenig Verständnis für einen weiteren Streik hätte Frank Rückert aus Magdeburg. "Das ging langsam zu weit."

Angelo Stockmann aus Magdeburg ist Schüler an den Berufsbildenden Schulen "Conrad Tack" in Burg und macht zurzeit ein Praktikum im Soziokulturellen Zentrum (SKZ) der Rolandmühle: "Ich habe mich über das Internet über die Zugverbindungen informiert und musste auch Wartezeiten in Kauf nehmen", sagte der Schüler. "Es ist mühselig."

Streetworkerin Katja Treffky war mit Kindern und Jugendlichen vom Treff "U27" unterwegs nach Berlin und sagte: "Wir haben uns entschieden, mit dem Auto zu fahren, weil die Zugverbindungen trotz Streikende noch nicht verlässlich sind."

Zufrieden über das Ende des Streikes ist auf jeden Fall Taxifahrer Frank Krüger von "Taxi Mike" aus Burg. Er konnte während des Ausstandes keine zusätzlichen Fahrten verbuchen. "Ganz im Gegenteil", meinte er. "Es gibt mit Fahrgemeinschaften und Schienenersatzverkehr genügend Alternativen, auf die zurückgegriffen wird. Davon profitieren die Taxen nicht."

Bis alle Züge wieder planmäßig verkehren, wird es noch einige Zeit dauern. Die Lokführer haben ihren Dienst gestern Abend um 19 Uhr wieder aufgenommen.

Auf einen Tarifabschluss drängt indessen auch die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Sie droht, wie die GDL, auch mit Streikmaßnahmen, falls es keine Einigung geben sollte.

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