Forstwirt - ein Beruf mit Zukunft? Ja, sagt Forstdirektor Rainer Aumann. Im Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt genießen derzeit zehn junge Frauen und Männer eine Ausbildung. Drei weitere könnten im August dazu kommen. Seit 1996 bildet der Bundesforst auch in den neuen Ländern aus.

Möser/Dolle. Bäume fällen, Hochsitze bauen, Pflanzen stecken - die Arbeit in Wald und Flur ist umfassend. Und anstrengend. Das lernen derzeit zehn junge Frauen und Männer, die bei der Bundesforst eine dreijährige Ausbildung zum Forstwirt absolvieren. Die Liebe zur Natur steckt in ihnen allen. Technisches Verständnis haben sie auch. Und die Arbeit mit der Motorsäge ist für alle ein gern gesehener Höhepunkt während der Ausbildung.

Wer sich in diesen Eigenschaften wiedererkennt, bringt schon die wichtigsten Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Forstwirt mit, erklärt Rainer Aumann. Der Forstdirektor des Bundesforstbetriebes Nördliches Sachsen-Anhalt mit Hauptsitz im altmärkischen Dolle und Nebensitz in Möser schaut regelmäßig an der Ausbildungsstätte vorbei. Die befindet sich in einem ehemaligen Russenmagazin am Truppenübungsplatz Altengrabow.

"Der Beruf des Forstwirtes ist umfassend, der Einsatz der Leute vielseitig", sagt der Forstdirektor. "Gerade in Sachsen-Anhalt hat die Holz- und Forstwirtschaft mit den überregional bedeutenden Industrien wie Zellstoff Stendal, Spanplattenwerke Varioboard in Magdeburg und Glunz in Nettgau eine volkswirtschaftlich herausragende Bedeutung."

Neben den klassischen Tätigkeiten in der öffentlichen Forstverwaltung würden sich zusätzliche Einsatzmöglichkeiten in mittleren und größeren Privatforstbetrieben ergeben. Auch als Forstunternehmer habe man gute Zukunftsaussichten, so Aumann. "Aber auch in den Baumschulen und im Garten- und Landschaftsbau sowie im Trassenhaushalt der Deutschen Bahn gibt es viele Arbeitsbereiche, in denen Forstwirte eine gute Besetzung sind."

Der Weg zur Berufsausbildung ist ebenso vielfältig. Das zeigt der Werdegang der Auszubildenden im Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt. Zwar haben die meisten den geforderten Realschulabschluss, doch auch mit einem erweiterten Hauptschulabschluss können Forstdirektor Aumann und seine Kollegen überzeugt werden. Einen völlig anderen Weg ging der 28-jährige Tino Böhm. Nach einer Maurerlehre und einer vierjährigen Zeit als Maurer verpflichtete er sich für acht Jahre bei der Bundeswehr. Einsätze in Afghanistan folgten. Jetzt startet er noch einmal neu durch und mischt sich unter die etwa zehn Jahre jüngeren Kollegen. "In den Alltag einer Ausbildung musste ich mich erst wieder hereinfinden, aber das war kein Problem", berichtet er. Während seine Lehrzeit vor einem halben Jahr erst begann, ist sie für vier andere in diesem Sommer bei erfolgreich bestandener Prüfung geschafft. "Alle Absolventen werden wenigstens für ein Jahr übernommen", so Aumann.

Bilder