Burg. "Kann ich das E10 nun tanken oder nicht?", ist wohl die mit Abstand am meisten gestellte Frage an Ulrike Ochsendorf, Pächterin einer Tankstelle an der Magdeburger Chausee, in diesen Tagen. Jeden Tag muss sie zahlreiche Fragen der Vebraucher beantworten. "Die Kunden sind völlig verunsichert. Entweder kommen sie an die Kasse und fragen nach oder sie laufen verstört um die Zapfsäulen herum", sagt Ulrike Ochsendorf. Um der Verunsicherung der Bürger entgegen zu wirken, hat sich Ochsendorf vom Verband der Automobilindustrie (VDA) ein Heft besorgt, mit dessen Hilfe sie ihre Kunden beraten kann, ob ihr Fahrzeug E10 verträgt oder nicht. Probleme wie andere Tankstellen, die aufgrund von begrenztem Platz in den Benzintanks nicht gleichzeitig E10 und Super anbieten können, hat die Pächterin nicht. "Wir bieten auch weiterhin drei Sorten an: Super, Super Plus und den Bio-Sprit E10."

Obwohl über 90 Prozent aller Benziner E10 tanken könnten, tun dies nur wenige. "Ich werde auch weiterhin Super tanken", sagt Tino Wust. "Ich habe immer Super getankt und bleibe auch dabei. Ärgerlich finde ich, dass der Kraftstoff seit der Einführung von E10 immer teurer geworden ist." Dieses Problem hat Doreen Drewes nicht. "Ich tanke E10. Erstens ist das ja auch eine Form von Super-Kraftstoff und zweitens ist es einfach günstiger." Auch das Umweltschutzargument überzeugt die Burgerin: "Wenn es der Umwelt wirklich hilft, dass man E10 tankt - warum nicht?"

Dieses Argument zieht bei Hans-Joachim Weyland nicht. "Ich finde die Einführung von E10 eine bodenlose Frechheit, das ist doch nur Abzocke", ist er verärgert. Vertrauen in den neuen Kraftstoff hat er nicht. "Ich bleibe bei Super und am liebsten würde ich alle Bürger dazu aufrufen, E10 zu boykottieren. Der neue Sprit dient doch einzig und allein der Monopolstellung der Ölunternehmen", macht er seinem Ärger Luft.

Pächterin Ulrike Ochsendorf sind solche Äußerungen nicht unbekannt. "Die überwiegende Mehrheit tankt auch weiterhin Super oder Super Plus, weil die Menschen Angst haben, dass ihr Auto durch den neuen Bio-Kraftstoff Schaden erleidet." Trotzdem ist die Benzinbranche gesetzlich dazu verpflichtet, das neue E10 unters Volk zu bringen. Aber bis sich der neue Kraftstoff durchsetzen wird, sofern es denn dazu kommt, wird Ulrike Ochsendorf auch weiterhin die vielen Fragen der Autofahrer geduldig beantworten.

   

Bilder